Montag, 24. September 2012

Hoi An – „Looking is for free...“

„… no pushing, no pressure.“ Das war das Motto eines Souvenir-Verkäufers auf dem Nachtmarkt. Naja, nachdem ich eine Kette anprobiert und als nicht passend zu meinem neuen Kleid erklärt hatte, versuchte er mir dennoch vehement die Kette und andere in allen möglichen Farben anzudrehen. Soviel dazu... Das ist trotzdem jetzt unser neuer Lieblingsspruch. ;)
Aber ich fange ja schon wieder mittendrin an zu erzählen...
Also, wir kamen nach nur einer halben Stunde Busfahrt von Danang aus in Hoi An an. Es war Mittagszeit und somit gönnte sich Martin auch erst mal ein Mittagsschläfchen, bevor wir unsere Shoppingtour starteten. Denn wie ihr aufmerksamen Leser euch bestimmt erinnert, ist dieses kleine Städtchen eine Hochburg für Schneidereien. Das Angebot ist geradezu überwältigend, man weiß gar nicht, in welchem Shop man sich niederlassen soll. Wir waren zu faul, uns mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen – da braucht man ja den ganzen Tag und es war schon 15 Uhr – also marschierten wir zunächst in ein Geschäft, in dem ich ganz schicke Wintermäntel entdeckt hatte. Ja, so etwas gibt es hier. Und auch wenn die Vietnamesen behaupten, dass es im Winter wirklich kalt werden kann in ihrem Land, glaube ich nicht, dass sie diese hier je brauchen. Ahnung vom Schneidern dieser haben sie trotzdem und somit schlug ich zu: ein knallroter Mantel und eine braune Jacke, an der ich nicht vorbeigehen konnte.
Das Geschäft namens „LANA“ gleich gegenüber war gefüllt mit Anzügen aller Art und der perfekte Stopp für Martin. Die Beratung war sehr professionell und die Qualität erschien ausgezeichnet, es musste nur noch der richtige Anzug ausgesucht werden – nicht so einfach, wenn man von Kopf bis Fuß alles entscheiden darf und es Hunderte von Stoffen gibt. Es wurde am Ende ein sehr schicker grauer Anzug mit zwei passenden Hemden dazu. Nachdem die Maße genommen waren und angezahlt war, ging es weiter zum Schuhgeschäft. Ein paar schwarze schicke Schuhe und peppige bunte für den Alltag waren geplant. Genau, für Martin, ich sagte nein zu den Schuhen. Und trauere den Higheels jetzt noch nach... Abholen bzw. anprobieren für eventuelle Änderungen war für den nächsten Tag geplant.
Dann wurde noch lecker Cau Lau am Fluss gespeist und über den Nachtmarkt vorbei an vielen bunten Laternen geschlendert.



Fisch mit Limonengras in Bananenblatt


eine der vielen Boutiquen in Hoi An - hier kommt mein Mantel und meine Jacke her


Martin's Füße werden vermessen


Der nächste Tag begann sonnig, genau richtig für unser Vorhaben: eine Schnorchel- und Strandtour zu den nahegelegenen Cham Islands. Die Gruppe war gemischt – Taucher und Schnorchler zusammen auf dem Boot. Für Martin war es das erste mal. ;) Vietnam ist jetzt nicht gerade das Unterwasser-Paradies, aber für den Anfang ganz schön. Ich bin ja sehr verwöhnt mit Australien. ;) Und das „Paddeln“ mit den Schwimmflossen ist immer wieder ein Spaß für sich. Eine Stunde hatten wir Zeit im Wasser und beobachteten bunte Fische, tiefblaue Seesterne und schimmernde Korallen. Danach konnte man zwischen einem zweiten Schnorchel-Stopp oder einem Ausflug ins Fischerdorf auf der größten Insel der Cham Islands wählen. Wir entschieden uns für letzteres, als einzige unserer Gruppe und bekamen eine private Führung durchs Dorf und spazierten danach ungefähr eine halbe Stunde über die Insel zu einem traumhaften Strand, wo wir in Hängematten unter Palmen auf die anderen warteten zum Mittagessen. Danach hatten wir noch weitere 1 ½ Stunden zum Relaxen an diesem wunderschönen Ort. Die Bilder beweisen es:


Häuschen im Fischerdorf
 
 



 
bunte Fischerboote fahren späten Nachmittag hinaus
 
Der Tag war also rundum gelungen und die 1 ½ Millionen Dong wert. ;) Abends wurde wieder lecker gegessen und dann Souvenirs auf dem Nachtmarkt geshoppt. Ups, psssssssst!!!!!!
 
Am dritten Tag mieteten wir uns mal wieder ein Motorrad – welches übrigens echt langsam war. Viel schneller als 60km/h fuhr das Gerät nicht – darf man normalerweise auch nicht, aber wer hält sich schon an Regeln... ;) Unser Ziel war das ca. 60km entfernte My Son – Ruinen noch aus der Zeit der Cham vom 4. bis 11. Jahrhundert. Es ist Unesco Weltkulturerbe und wirklich überwältigend. Der Baustil – Gebäude aus rotem Backstein – ist ein ganz anderer als man sonst in Vietnam sieht. Die Zeit hat jedoch ganz schön daran genagt und somit ist ein Großteil bereits zerstört und die Ruinen von Pflanzen überwuchert. Es wurden leider auch viele Gebäude während des Vietnamkriegs bei Bombardierungen zerstört. Wir versuchten den Touristengruppen zu entkommen, was gar nicht so einfach war. Es war außerdem echt heiß an dem Tag und somit hangelten wir uns von einem Schatten zum anderen. Da wünscht man sich doch fast wieder Regen. ;)


auf dem Weg nach My Son
 

die Motorrad-Gangster
 




Nachmittags eilten wir dann noch von einem Geschäft zum anderen und holten unsere Sachen ab. Wodurch unser Portmonee gleich viel leichter wurde. :(
 
Ein leckeres Cau Lau zu Abend und dann ging's ab in den Nachtbus nach Dalat, einer Stadt im südlichen zentralen Hochland von Vietnam. Dort verbrachten wir 2 Nächte und sind nun in Mui Ne, einem traumhaften Strandort im Süden. Haben gerade ganz lecker gegessen: geschmorter Tunfisch mit Ananas, Garnelen in süß-saurer Soße, Muscheln mit Frühlingszwiebeln, dazu einen Pomelo- und Drachenfruchtsaft und frittierte Bananen mit Honig als Nachtisch. Mmmmmhh! Um euch mal alle neidisch zu machen... falls ihr es bisher noch nicht wart. ;)
Mehr zu den letzten 3 Tagen bald. Morgen geht’s nach Saigon. Und nach 3 Wochen reichen wir auch endlich mal eine Karte nach, damit ihr auch mal seht, wo wir uns rumtreiben.
 
Liebste Grüße!!!
 
PS: Zeit ins Bett zu gehen, wollen morgen Sonnenaufgang am Strand sehen, d.h. um 5 Uhr früh aufstehen...
 

4 Kommentare:

  1. So viel Geld will ich auch mal im Portemonnaie haben (man beachte die Rechtschreibung und vergleiche diese mit Deiner im blog... Französisch ist schon länger her-oder?) hi, hi...Auf das Essen bin ich schon sooo lange neidisch, aber Du bekochst uns ja ab nächste Woche für 1,5 Wochen jeden Tag mit einem neuen vietnamesischen Gericht, lecker :) Die Bilder waren wieder alle so schön, aber es ist Euch zu gönnen, ihr seht jedenfalls sehr erholt und glücklich áus! Schade, dass das Abenteuer nächste Woche schon wieder vorbei ist.....da können wir gar keinen blog mehr lesen :(

    AntwortenLöschen
  2. Nee, das war nicht der Freddy der den Eintrag geschrieben hat - das hast Du schon richtig vermutet - oder? Aber seit der PC neu eingerichtet ist, ist meine (Gabi) google-Anmeldung weg, über die ich immer geschrieben habe....aber so steht der Paps auch mal drin - auch wenn er gar nichts davon weiß....:)

    AntwortenLöschen
  3. Ach ihr Lieben, euere Posts sind wirklich immer wieder ganz wunderbar zu lesen und versüßen mir jedes Mal aufs Neue die Heimfahrt im Bus. Ich bestaune dann immer die wunderbaren Bilder und - da muss ich Papa mal zustimmen - wundere mich auch immer wieder, wie günstig das alles sein muss in Vietnam. Bei den Erlebnissen und Touren, die ihr macht!

    Ich freue mich auf jeden Fall schon unglaublich doll auf euere Rückkunft und die vielen Bilder, die das Teleobjektiv noch geschossen haben wird. Und natürlich auf die dazugehörigen Geschichten. Ach und vor allem auch darauf, dann irgendwann in einem Kinosaal zu sitzen... uups.. das soll ja nicht verraten werden. :P Ich könnte euer Manager sein..!! ;)

    Tut mir übrigens sehr Leid, dass ich trotz meines regen Leseverhaltens in letzter Zeit nicht gepostet habe. Aber von meinem iPad aus geht das irgendwie nicht und zuhause habe ich dann immer so viele Dinge zu tun, dass ich das einfach vergesse. Die Schule geht ja nun in die vierte Woche und ich schlage mich noch ein wenig mit den Anfangsschwierigkeiten, Eingewöhnung in die neuen Zeiten (morgen wieder 5.30 Uhr aufstehen) und den Unterrichtsvorbereitungen rum. Aber ich freue mich sehr für euch, das muss man machen, wenn man studiert.. Oder dann mit der Ausbildung fertig ist.. hehe.. meine Chance kommt nochmal! :P

    Seid ganz lieb gedrückt! Ach und mal nebenbei: Ich hab die Zeitrechnung verwuselt.. Wann kommt ihr eigentlich zurück? :)

    AntwortenLöschen
  4. Meine Chance zum Posten ist nun auch endlich mal gekommen. Mutti Gabi hat sich da ja ihr Privileg erkämpft. Naja, ich habe es ihr kampflos überlassen. Dafür bin ich der stille Genießer all der schönen Texte und Schappschüsse. Mein keineswegs aufrichtiges Beileid habt ihr aber auch, denn es wird bestimmt ein ganz schöner Hammer werden, wenn ihr die vielen Fotos sichten und aussortieren müsst - an die Bearbeitung gar nicht ertst zu denken. So geht es mir jedenfalls immer, wenn ein langer Urlaub nachwirkt (und was bei mir lang ist, ist bei euch ja noch kurz). Aber freut euch ruhig drauf, denn das wird eine seelische Urlaubsverlängerung ohne Gleichen, die euch keiner nehmen kann.
    Viel Spaß noch in den letzten Tagen !! Knuddelknuddel für die liebe Janamaus (angekommen ?)und einen strammen Handschlag für Biker Martin

    AntwortenLöschen