Martin hatte ja schon fleißig von seinem erlebnisreichen Hinflug erzählt. Was hat denn die kleine Jana in der Zeit so getrieben?
Ich war an meinem letzten Tag in Hue noch einmal lecker Mittagessen mit Anh und Gülsen zusammen. Dann packte ich in Windeseile meinen Backpack - hatte nur ca. eine Stunde, weil ich meinen Hausschlüssel im Restaurant liegen gelassen hatte - und dann wollte auch noch die Lenkradsperre meines Taxis sich nicht lösen. Nach 10 Minuten ging es dann aber doch Richtung Bushaltestelle und ich betrat meinen Schlafbus, der mich innerhalb von 14 Stunden (5pm - 7am) nach Hanoi bringen sollte. Dieser war neu und sehr luxeriös, sogar mit TV. :) Ich war die einzige Nicht-Vietnamesin im Bus, fühlte mich also gleich wie ein Local. Es hatte die gesamte Nacht über geregnet und gewittert. Ihr müsst wissen, dass nun die Regenzeit angefangen hat. Das bedeutet im Norden mehr oder weniger Dauerregen und im Süden den bekannten Monsunregen, der nur mal eine halbe Stunde anhält. Naja, die Nacht war ok, aber eine sehr schaukelige Angelegenheit. Habe sofort wieder die Augen zugemacht, als ich mitten in der Nacht durch das extreme Schwanken aufwachte und feststellte, dass wir auf einer ungeteerten Huckelpiste, umgeben von anderen Bussen und LKWs unterwegs waren.
In Hanoi hatte ich schon ein Hostel für Martin und mich gebucht und bin mit xe om (Motorradtaxi) früh dorthin gefahren. Durfte auch gleich in mein Zimmer einchecken. 12:15 sollte Martin am Flughafen eintreffen. Die Fahrt mit privat gemietetem Auto dauerte fast eine Stunde, da dieser ca. 50km außerhalb liegt.
Martin seine Visumgeschichte kennt ihr ja schon. Zum Glück hat er eine "reiche" Freundin. ;) Die ihn bisher auch aushält, da die Karte immer noch nicht funktioniert. Haben aber nach mehreren Tagen endlich mal jemanden in Deutschland ans Telefon bekommen und herausgefunden, dass das Problem ein tiefgreifenderes ist...
Habe also freudestrahlend Martin empfangen und wir haben abends dann gleich noch Hanoi unsicher gemacht. Von Jetlag war nichts zu spüren. Hanoi ist ebenso lebhaft und erlebnisreich wie Saigon, gefällt mir vom Stadtbild aber noch um einiges besser: kleinere Straßen, schönes altes Handelsviertel, mit mehreren Seen, schönen Tempeln und bunten Straßenmärkten. Am zweiten Tag liefen wir dann quer durch die Stadt, besuchten den Literaturtempel - erste Universität Vietnams, das Regierungsviertel (wo allerdings um die Mittagszeit alles geschlossen war), das Old Quarter und den Hoan Kiem See mit dem Jadebergtempel, der auf einer Insel liegt und über eine rote Holzbrücke zu erreichen ist. Abends durfte ein Besuch des berühmten Wasserpuppentheaters nicht fehlen - wo übrigens nur Weiße drinsaßen. ;) Gegessen wurde in einem super leckeren Straßenimbiss, wo man seine Speisen selbst in einem Korb sammelte und diese dann auf dem Grill zubereitet wurden - nicht so billig, aber ein Genuss!
Hier ein paar Bilder dieser wunderbaren ersten Tage:
erstes Abendessen zu zweit
Hoan Kiem See mit Jadebergtempel
im Inneren des Literaturtempels
Mädchen im weißen Ao Dai, welches an einigen Tagen der Woche im Gymnasium als Schuluniform getragen wird
geschäftiges Motorradtreiben
Männer beim Xiangqi (Art chinesischen Schachs) - sieht man überall auf der Straße
Wasserpuppentheater
Donnerstag hatten wir dann erst mal genug vom Großstadtleben und es ging auf eine 3-Tages-Schiffstour in die Halong Bay, eine der schönsten Buchten der Welt. Aber dazu erst morgen mehr. :)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen