Samstag, 29. September 2012

Berge, Wüste und Me(e/h)r

Guten Morgäääääääähn, nach einer ca. 14stündigen SleepingBus Fahrt nach Zentralvietnam. Zwischenzeitlich hatte ich mich wie Moses gefühlt, der in Ägypten das Wasser teilen ließ, überall um mich herum nur Wasser, wohin das Auge auch blickte und die Straße war wirklich kaum erhöht, also schnell wieder die Augen schließen und von schönem Wetter träumen..nein das war natürlich kein Traum, sondern nur ein kleiner Nachtrag von der Fahrt nach Hue, denn die nach Dalat, dem zweiten vietnamesischen Hochland war um einiges weniger abenteuerlicher, übrigens wird das auch unsere letzte SleepingBus-Fahrt werden, wir werden es wirklich vermissen, sich vom Bus in den Schlaf wiegen lassen und mit der Gewissheit aufzuwachen, dass einen selbst die größten Einschusslöcher aus dem amerikanischen Vietnamkrieg einen nicht aufwecken können. Und so aufregend die Fahrt nach Hue auch war, genauso wunderschön ist dieser Morgen mit Zwischenstopp in der Touri-Strand-Hochburg Vietnams schlechthin. Ein so atemberaubender Sonnenaufgang auf dem Highway direkt über dem Meer, in der Bucht die Fischkutter, ganz leichte Schleierwolken, eine kühle Brise weht uns ins Gesicht, man kann es förmlich spüren
 
 
und am Strand Menschen über Menschen, wie die sich bewegen, schon etwas komisch, Arme und Beine hoch, im Rhythmus, Hüftschwünge, Liegestütze, Po auf und ab Senken, die werden doch nicht, doch das muss der berühmte vietnamesische Morgenexercise sein, aber ein wenig putzig sieht das schon aus, aber immerhin, die Uhr zeigt 5:50 und alle sind schon auf den Beinen.
 
und zum Vergleich:
 
Doch für uns geht es erst einmal mit einem neuen Reisegefährten aus den Niederlanden, ein Banker, lecker Frühstücken, um dann wieder einmal wie Ölsardinien in einen kleinen Bus gepresst zu werden, indem unser Gepäck wohl deutlich bequemer sitzt als wir selbst. Zwischendurch wache ich einmal kurz auf, wir fahren wieder einige der berühmt berüchtigten ausgebauten Feldwege die Berge hinauf, enge Kurven, steile Abhänge, keine Randbegrenzung, meine Blicke wandern nach vorn, der Busfahrer telefoniert ganz vergnügt, irgendwie wundert es mich auch kaum, dass er vor allem an den uneinsichtigen Straßenengen ausschließlich die linke Spur benutzt, also alles gut denke ich mir, du bist in Vietnam und kannst beruhigt weiter schlafen. Als wir dann unmittelbar vor dem stattlichen Bergstädtchen Dalat sind und ich wieder erwache, telefoniert er immer noch, oder schon wieder, ich blicke an mir hinunter, ja doch, alles noch dran, alles gut. ;)

Die Berglandschaft ist hier eine ganz andere, kaum mehr Reisfelder und Palmen und Bambus, sondern viel mehr Nadelgehölz und jede Menge Gemüseanbau, riesige Felder von weißen Gewächshäusern UND..es ist verdammt kalt, furchtbar, 24 Grad, das ist ja nicht zum aushalten. Das heißt lange Hose, Pullover und Socken an, so wir sind wieder startklar. Uns erwartet ein kleiner putziger Vietnamese mit perfekten Englisch und der Freundlichkeit und Fürsorglichkeit in Person und genau das sollte schon immer mal skeptisch machen, jedenfalls, wenn man mit einem Vietnamesen zu tun hat, der einem etwas verkaufen möchte. Und tatsächlich, nachdem er uns die Attraktionen der Stadt ganz hoch angepriesen hatte, verriet er uns seine Secret-Motorbike-Tour durch die Berge, einen ganz geheimen Wasserfall, das geheimste Dorf der Ureinwohner in den Bergen, ein geheimes Essen mit seiner Familie und das Ausprobieren geheimnisvoller Früchte, die wir so noch nie probiert haben und das alles für verbotene 60$, na klingt das nicht total mystisch und geheimnisvoll? :P Das dumme daran war nur, bisher schienen die Leute damit hoch zufrieden zu sein, ein wirkliches kleines Abenteuer. Gut, dann machen wir das so wie die meisten meiner Kunden, wir überlegen uns das ganze nochmal (um später dann nein zu sagen, weil wir zuvor zu unserer Meinung aus Feigheit nicht stehen;). Ich weiß nicht genau, ob es daran lag, dass die ganzen Highlights, die er uns in der Stadt empfohlen hatte, wirklich so lahm waren, oder er tatsächlich so ein ganz klein wenig übertrieben hatte, aber der Kitschblumengarten war jetzt so atemberaubend nicht und der städtische See, nunja, die alten japanischen Eisenbahnen waren ja auch OK, also die eine Diesellok und die kleine Dampflok, aber vielleicht sind wir einfach schon zu verwöhnt.
 
(na das schaut doch mal aus wie Frankreich;)
 
Den Abend runden wir dann noch mit einem überteuerten und genauso unumwerfenden Essen ab und ich schwöre mir jetzt schon, hier nichts mehr nur im Ansatz westliches in Vietnam essen zu wollen. Mit den Pommes hätte man gut und gern auch den Fußboden wischen können. Endlich setzt auch der erhoffte Regen ein und nur durch eine Kola können wir uns bei einem allerdings sehr amüsanten Film noch wach halten. Das war doch mal ein gelungener Auftakt, ich wollte den Blogeintrag fast schon mit „Mogelpackung, ein schlecht gemeinter Scherz“ überschreiben. Ich brauch wohl auch nicht mehr zu erwähnen, dass wir dann doch unsere eigene Tour am nächsten Tag antreten wollten.

Gut ok, zugegeben, jetzt übertreibe ich doch etwas, während ich das alles mit sehr amüsanten Humor nahm, grinste Jana bei einem leckeren Stück Schokoladentorte, den wir auf Empfehlung unseres geheimnisvollen Hoteliers ergattert hatten, schon wieder wie ein Honigkuchenpferd.

So jetzt müssen wir nur noch das so dermaßen dürftige Frühstück überleben und die Tatsache, dass es die Hotelbelegschaft versäumte sich ausreichend intensiv genug um ein Motorbike für uns zu bemühen. Also wandern wir nochmal in die Stadt und tauschen meinen Führerschein, keine Ahnung wieso sie den jetzt auf einmal haben wollten, aber wahrscheinlich wollten sie auch mal eine Fahrerlaubnis in den Händen halten, gegen ein Motorrad besonderer Art und Güte ein, der Blinker geht gleich garnicht, gut den benötigt man in Vietnam Tatsache, dass man den Anlasser zum Starten jedesmal vergewaltigen musste. Dafür hatte der Roller endlich mal wieder richtig Bums. :D
 
 
Insgesamt erwarten uns nun auf einer 140km Rundfahrt über Bergstraßen, durch kleine beschauliche Dörfchen, weite Felder und wuselige Städte 3 Wasserfälle, die unterschiedlicher garnicht sein konnten. Der erste war an eine Art Sommerrodelbahn angeschlossen, sprich um ihn zu erreichen, durfte man in die tiefen sausen, mal schaun, was die asiaten so von Geschwindigkeit verstehen. Und tatsächlich, die Bahn gab ordentlich Geschwindigkeit her, jedenfalls in den 7sek in den man das ausreizen konnte, denn vor uns fuhr ein asiatisches Pärchen, der Mann vorweg, seine Göttergattin hinterher, sie possierte und er filmte die die ganze Strecke nach unten, natürlich musste man zwischendurch immer mal anhalten, nein nicht um die traumhaft schöne Landschaft zu bewundern, denn der Rollercoaster nach unten war wirklich eine sehr ansprechende Art und Weise Spaß mit natürlicher Schönheit zu verbinden, er filmte und fotografierte sie auch im Wald, vor dem Wasserfall, neben dem Wasserfall, schräg, hochkannt, auf dem einen, dann auf dem anderen Stein, in Hocke, gekniet, stehend.. Dieses Phänomen fiel uns im Übrigen noch des öfteren und jetzt immer häufiger auf, vielleicht habt ihr ja eine Idee, was dahinter steckt, mir fallen nämlich nur allerlei Gemeinheiten ein. ;) Dennoch war der Wasserfall uns doch etwas zu touristisch, man konnte kaum ein Foto nur von diesem Naturschauspiel schießen, imposant war er allerdings allemal, dachten wir jedenfalls.

 
Denn der Zweite, an dem wir neben einer professionellen Fotografentruppe kaum eine Menschenseele fanden, bot sich ein Naturschauspiel sondersgleichen. Der Wasserfall, oder besser gesagt das Ensemble war vielleicht 300m breit und hatte ein Fallhöhe von ca. 40m. Da musste man dann schon mal die nächste Speicherkarte für die Kamera auspacken. Jetzt war es auch endlich an der Zeit, unser leckeres Obstmittag mit Pomello, einer Art Birne und unabgewaschene Weintrauben zu verspeisen, jaja wir trauen uns etwas, aber unsere Mägen sind wahrscheinlich schon gut akklimatisiert, zumal Dreck bekanntlich den Magen reinigt. Irgendwie war mir auch so ein bisschen sehr nach einem Mittagsschläfchen, doch die Zeit, sie drängte, oder war es doch die Jana? :P
 
 
Sie wusste wahrscheinlich auch schon genau wieso, denn der Dritte Wasserfall, Jana probierte sich mittlerweile auch mal an dem Spaß, den man mit so einem Motorbike haben kann, „heyhey..nicht gleich so stürmisch und aahhhhh..nicht so die Kurven schneiden!..davorn auf der Straße laufen Wasserbüffel!“ :D, jaja sie hatte ihre Spaß, wusste alles bisherige nochmals zu übertreffen.


Man hörte das Rauschen und Donnern schon von weitem und während beim letzten wenigstens noch ein paar Menschen bei uns waren, verirrte sich hierhin wohl niemand mehr, die Ticketfrau musste uns aus ihrem Schlaf gerüttelt auch schon hinterher rennen, 20cent, geht in Ordnung. Ein Mann kam uns etwas mit schlammigen Schuhen entgegen und meinte nur, dass der Blick weiter unten atemberaubend sei, allerdings doch sehr gefährlich, da die Steine durch die Gischt ordentlich benetzt seien. Ach Paperlapp, so schlimm wird es schon nicht... Sagen wir es so, als wir wieder oben angekommen waren, hatten unsere Schuhe eine einheitliche braun.glitschige Farbe, der übrige Körper war nass bis auf die Haut, wenn sie nicht mit Schlammspritzer übersät war. Aber das wichtigste, natürlich, die Janas Nikon D3000 samt Tele hatte es überlebt. Bestreiten kann ich allerdings nicht, dass sich dieser wagemutige Einsatz meines Lebens als Lastentier und meiner Taschenlampe in überwältigender Art und Weise lohnte. Breite ca. 30m, Fallhöhe ca. 70m, sich unter ihm zu duschen, würde Schmerzen bereiten, soviel stand fest. An seinem Fuße zu stehen bzw. ein Stück hinter ihm durch ihn hindurch zu laufen, ein unbeschreibliches Gefühl, ich musste Jana förmlich wieder wegzerren, nachdem auch sie eingesehen hatte, dass sich Wassernebel und Kameraobjektiv nicht so optimal vertragen, dennoch wollte sie immer weiter vordringen, durch Schlamm, Matsch und Wasserfallregen, während ich mir schon ausmalte, welche Möglichkeiten es hier geben dürfte, diesen Trip mit wenigsten einem gebrochenen Körperteil doch noch irgenwie zu überleben.


Zudem ich natürlich die Schuhe in der Badewanne, sowie den Rucksack reinigen durfte. Ich weiß bis heute nicht, ob das Hotelpersonal die Badewanne je wieder richtig sauber bekommen wird. Apropos, der Rückweg entwickelte sich immer mehr zu einer Zitterpartie, was nicht an meinen außerordentlich vortreffliches Fahrkünsten lag, sondern daran, dass mit nassen Schuhen, halbabweisende Regenjacken, in dem immer stärker werdenden Regen und Fahrtwind bei 60km/h die 24Grad sich nicht mehr ganz so angenehm anfühlten. Man hatte jetzt die Wahl zwischen weniger Fahrtwind oder vor Einbruch der Dunkelheit daheim in der heißen Badewanne zu liegen. Ich will wirklich nicht wissen, was in den Köpfen der überholten Vietnamesen vorging, aber die Serpentinen die Berge rauf, die verlocken einfach zu sehr. :D


Nach einem heißen Bad ging es dann in eine westlichen Empfehlung des Lonly Planets, in der Jana der Versuchung nicht wiederstehen konnte, sich eine Pizza zu bestehlen, nunja sie war essbar, aber so groß wie eine Mischung aus einem kleinen Frühstücksteller und einem Kaffetassenteller, nunja man konnte sie zumindest Essen. Da ich so hungrig war, gleich einen ganzen Elefanten aufputzen zu können, bestellte ich mir ein Clubsandwich und einen frittierten Tunfischtaler mit Salat. Und das entschädigte in jeglicher Hinsicht den gestrigen Abend, Jana langte kräftig bei mir zu. :)

Unsere Nahrungsmittelreserven wieder aufgefüllt ging es dann ins Bettchen und am nächsten Morgen wieder zeitig aus dem Bettchen, auf endlich wieder in warme Gefilde, ich hätte nicht gedacht, dass man die schwülwarmen 34Grad im Schatten so vermissen würde. Eins kann ich mir einfach nicht verkneifen, als wir dann den gestrigen Abend einen der Hoteliers, genau der mit dem Motorbike nach der Organisation unserer weiteren Busfahrt fragten, meinte er nur es sei alles geklärt, er bräuchte aber nochmals die Tickets, um ein zweites mal die Fahrt nach Muine zu bestätigen, sicher sei sicher. Ein Schelm, wer dabei Unzuverlässigkeit und große Töne denkt. :P

(Geiz ist geil..aber Geld noch viel mehr..die frischgebackenen Multimilionäre ;)
 
So nun soll es also endlich an den Ort auf unserer Reise nach gut 2,5 Wochen gehen, an dem es sich vortrefflich relaxen lassen soll, mein jedenfalls der Australier im Bus neben uns, na ob wir ihm das Gegenteil beweisen können? ;)

Und das Wetter gibt schon mal, alles, uns zum ausruhen zu zwingen, wobei Regen bei 29Grad Schattentemperatur ja durchaus angenehm sein kann. Am Meer jedoch ist solches Wetter schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir sind ja nicht hier her gekommen, um faul am Strand zu liegen. ;) Kurz spielten wir auch mit dem Gedanken, wieder zurück zum Hotel zu flüchten und eben das kann nur aus als reizvolle Alternative gehandelt werden. Denn das Muine Hills in dem wir residierten, liegt etwas erhöht und abseits von all dem Trubel und der Hektik am Strand, keine Resorts, keine Touristen und keine postschließfächerartige 4-Sterne Unterkünfte, sondern ausschließlich dörfliche Atmosphäre um uns herum und vor allem die totale Ruhe, dazu ein kleiner Pool, Terrasse mit Blick zum Meer, ein riesiges Apartment nur für uns, ganz designisch und liebevoll eingerichtet und nicht zu vergessen genauso hell und weiß und sauber wie in Beverly Hills, wer den Vergleich nicht kennt, der darf mich da Anfang nächsten Jahres gern besuchen. ;)
 
 
Aber natürlich sind wir hart geblieben und entschlossen uns nach einer kurzen Unterstellpause am Strand ein lauschiges Plätzchen zu suchen, von dem aus wir endlich ins mehr sprinten konnten und das macht bei Regen auch gleich nochmal soviel Spaß. Der gesamte über 50km breite Strand ist im übrigen trotz der ganzen Hotel Resorts für die Reichen und Schönen für jedermann frei zu betreten, sprich man geht mit neidischen und bewundernden Blicken durch die tropisch saftig-grünen Gärten der 4-Sterne Parkanlagen hindurch, wird vielleicht etwas seltsam angestarrt und steht dann direkt am feinen Sand, vor einem die rauschenden Wellen und zudem kaum eine weitere Menschenseele. Man muss dazu erwähnen, dass wir uns in der absoluten LowSeason befinden und die innerhalb der letzten 4 Jahre mit Hotels bepflasterte niedliche Fischerstadt ein wenig wie eine paradiesische Geisterstadt unter Palmen wirkt, durch die nur eine einzige Straße am Strand entlang verläuft und an der man sich schon fragt, wie hier innerhalb der nächsten Jahre ein Touristenmekka entstehen soll. Das verheißen jedenfalls die ganzen Hotelbaustellen, wirklich ein bisschen schade, aber gut wird dürfen ja jetzt genießen.
 
 
Und das werden wir auch in den vollsten Zügen, wir schmeißen uns in die bis zu einem Meter hohe Wellen und halten die tiefhängenden dunklen Wolken in der Abenddämmerung mit unsere Kameras fest, der Regen hatte bereits aufgehört, die Idylle zum greifen na,
 
 
wenn da nicht der gelbe Flakscheinwerfer neben uns auf einmal sein ganzes können unter Beweis stellen musste, mit dem man auch locker den halben Ozean hätte ausleuchten können. Aber gut, Jana wurde schon wieder etwas langweilig, also begaben wir uns auf die Suche nach einem leckeren 3Gänge-Menu und überteuerte Getränke, jaja die umgerechneten 1,60€ für einen frisch gepressten Saft, ich denke lieber noch nicht wieder an die deutschen Preise. :D

Vollgestopft watschelten wir dann wieder zurück in unser schickes Hotel, Jana setzte sich an das Notebook und ich schieb erst einmal unseren beiden Mitreisenden Jule und Jojo, die uns auf deren aktuellen Stand gebracht hatten, eine handvoll Tipps, die wir morgen gleich umsetzen würden. Lustigerweise empfahlen sie uns eben dieses Hotel, dass wir ca. 6h zuvor bereits gebucht hatten. :D

Die Schwierigkeiten an solchen vollgepfropften Tagen besteht am frühen Morgen immer darin, die liebe Jana aus dem Bett zu werfen, so kuschelbedürftig kann man doch garnicht sein, denk ich mir dann immer, zumal sie mir ja schon in der Nacht nicht mehr von der Pelle rückt..hihi..zu doof dass ich das sobald ich es nicht mehr habe, schon wieder vermissen werde. :P Diesmal standen meine Chancen aber wirklich gut und so saßen wir schon recht zeitig bei einmem..hmmmm...uuuuhm..undglaublich leckerem Früstück mit deutschem Brot und Salami und leckeren Gemüse-Bacon-Omlette, dazu Eiscafe und ein frisch gepresster Orangensaft, besser kann man auch wirklich nicht in den Tag starten, außer vielleicht, als uns der Hotelier auf einmal in Deutsch ansprach und wir uns endlich das tolle Frühstück erklären konnten. Jetzt mussten wir doch fragen. Er kam schon vor einigen Jahren nach Vietnam, um sich einen persönlichen Traum zu erfüllen, den man so seine Worte einfach nur Leben und eben „machen“ muss, mit einer Motocrosstour-Firma in Vietnam begonnen, war er jetzt als leitender Angestellter in einem renommierten Hotel tätig und auf die Frage, wie es ihm denn hier so erginge, grinste er uns nur an, ich mag auch garnicht wissen, wieviele ihm exakt diese Frage gestellt haben. Wir sollten dabei allerdings nicht vergessen, dass damit auch eine unglaubliche Lernbereitschaft und Tüchtigkeit sowie Disziplin einhergeht, jedenfalls scheint das die Vietnamesen sehr zu beeindrucken. Nur seine Aussage über das Wetter hier mit wenn überhaupt nur einer Stunde Regen am Tag das ganze Jahr über, sollte er noch einmal gründlich überdenken. Oder wir haben den Regen tatsächlich mitgebracht. :P Nunja momentan scheint die Sonne, also ab auf unsere neue schicke waßergekühlte Honda Airblade, der erste Roller, bei dem sogar die Geschwindigkeitsanzeige funktionierte, und zu den Fairy Springs. Und dabei klang das so berauschend garnicht, ein kleiner Wasserfall, den man zu Fuß in seinem Flussbett erreichen konnte. Doch schon nach 5min stellte sich diese Wasserwanderung mit den bloßen Füßen durch weichen roten Sand und warmes Wasser als unser kleines Highlight in den letzten 3 Wochen heraus. Ich hoffe die Bilder können dies ein klein wenig wiedergeben,
 
 
einzig und allein die Feen haben ein wenig gefehlt. Nur die beiden kleinen Kiddies, die mit uns mitgelaufen waren, wollten auf halben Weg auf einmal 100.000 dong, das geht ja mal garnicht, nene mittlerweile haben wir doch einiges dazu gelernt, dass wir uns so nicht mehr abkochen lassen, also gab es nur 60.000 unter dem Vorwand, sonst nur große Scheine zu haben und dem Versprechen ihnen das Geld später am Eingang zu bezahlen, nachdem ich ihren Vorschlag, das Geld gleich zu nehmen und uns später zu wechseln als nicht sonderlich gewinnbringend ansah. Sie haben uns dann doch bis zum Wasserfall selbst begleitet, denn ihr Geld eventuell doch nicht mehr wieder zu sehen, war ihnen dann wohl auch zu heikel. So ist das nun unter knallharten Geschäftsmännern. ;) Am Ende wollten sie auf einmal 100.000 für jeden, gut sie hatten uns auch viele Dinge gezeigt, so z. B. Den sichersten Weg zum Wasserfall, wild wachsende Ananas, beim Berühren zusammenzuckende Pflanzen und wo man am besten besonders tief in den roten Schlamm mit seinen Füßen eintauchen kann und wie man ein großes vollständig wasserabweisendes Blatt als Sonnen- und Regenschutz verwenden kann. Bekommen haben sie dann umgerechnet 140.000, ein kleiner Sieg für beide Seiten und den Spaß und das schöne Erlebnis war es allemal wert.

Weiter ging es dann zum Aussichtspunkt auf das eigentliche Fischerdörfchen und dann im Affenzahn erst zu einem rotsandigen ausgetrocknetem Flussbett, in dem wir nach einiger Zeit der Wanderung Richtung mehr feststellten, dass wir doch lieber auf dem Motorroller sitzen, und danach zu den großen weißen Sanddünen. Schon von weitem, als wir bereits über Sand- und Schotterpisten mit dem Motorbike versuchten die Spur zu halten, bot sich uns ein atemberaubender Anblick.
 
 
Da erhob sich auf einmal aus dem Nichts und nahezu grüner Landschaft eine kleine gewaltige Sandwüste vor unseren Augen, nur mit dem Motorbike wollten sie uns nicht auf die Dünen lassen. Jojo und Jule hatten mal wieder Recht, und klar die 14$ für 20m waren schon etwas arg, doch wir konnten nicht widerstehen, nur mit dem Quad durch den Sand zu düsen, mit querstehenden Rädern einen Burnout hinzulegen und dann mit Vollgas einen Steilhang hinauf zu brettern, konnte man die ganze Größe und Monumentalität der Wüste spüren, ein wahnsinnig erhabenes Gefühl, ganz oben auf der durch den Wind immerzu verwehenden Spitze zu stehen, und die Fotos..ein Traum. Natürlich sind wir dann auch noch einmal zu Fuß losgezogen, sind die Dünen hinuntergerutscht, warfen uns in den Sand und schossen angsteinflösende Fotos, denn hinter den hellen immer noch in Sonnenlicht getauchten Sanddünen zogen wieder einmal dicke pechschwarze Gewitterwolken auf, man konnte die Regenfront förmlich riechen, der Wind schoss bereits durch die Schluchten der Wüste und uns fehlte es an Flüssigkeit, aber genau das intensivierte das Gefühl noch einmal.


Eine Coke später durften wir die peelende Wirkung von Regen und 70 km/h feststellen, doch erst gegen Abend, als wir schon wieder so halbwegs vom Sande befreit, am Pool lagen und uns angenehm entspannten, nahm der Regen zu.

Doch das Trommeln der Regentropfen auf unser Schilfdach schaffte eine sehr schön romantische Atmosphäre, die wir mit einem leckeren Meeres-Abendessen bei unserem mittlerweile Lieblingsrestaurant abschlossen, um uns dann in unsere Gemächer zurückzuziehen, denn nach der ersten Nacht Saigon durften wir uns wie in Sultane in einem Palast fühlen. Aber dazu kommen wir gleich.
 
Am nächsten Tag nämlich, als wir dahin aufbrechen wollten, hatten wir es doch noch geschafft, seit 2 Wochen vorgenommen und jetzt endlich, 04:40 klingelt der Wecker, 04:41 stehe ich mit Hampelmännern vor Jana und dem riesigen Ehebett, 04:47 steigt sie aus dem Bett, neuer Rekord, 5:10 brechen wir auf und 5:21 sind wir endlich am Strand, 5:36..nachdem wir uns durch die Flut des Meeres am aufgetürmten Sandstrand gekämpft haben..erleben wir natürlich keinen atemberaubenden Sonnenaufgang, viel zu viele Wolken verzieren den Himmel. Aber natürlich hat sich das Aufstehen gelohnt, allein schon die durch das Meer und den Sand wuselnden Fischer, ein reges Treiben und dennoch fast absolute Ruhe, nur das Meeresrauschen und wundervoll angestrahlte Wolken, bis sie dann doch noch rauskommt, die Sonne, doch da sind wir schon wieder auf dem Weg nach Phan Thien, der nächst gelegenen größeren Stadt, auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für mich.
 
 
Denn irgenwie hatte ich an dem Happy Buddah als Statue im Hotel gefallen gefunden, nur den wollten sie mir nicht vermachen, aber auf dem Markt in Phan Thien sollte ein solcher sich finden lassen, nur doof wenn man ohne jegliches Kartenmaterial in eine vietnamesische Großstadt aufbricht, denn halten sie schon Überland nicht sonderlich viel von Ausschilderung, findet man selbst bei großen Attraktionen in der Stadt schon gar keine Beschilderung mehr. Zudem senkte sich die Tanknadel, je mehr wir schon etwas verzweifelt, aber immer noch ganz entspannt Fotos schießend, durch die Straßen irrten, immer mehr gen ihrem bedrohlich Tiefststand, bis wir dann doch in einem 4-Sterne-Supirior-Hotel etwas Hilfestellung bekamen, aber ich meine, unser Strand-Look mit dreckigen Füßen vom Lokal-Market wird ihnen Ewig in Erinnerung bleiben. :D
 
 
Auch wenn wir keine BuddahStatue für mich mehr fanden, war der riesige Markt am frühen Morgen wirklich sehr spektakulär anzuschauen, man konnte den Wettbewerb zwischen den Händlern nicht nur förmlich riechen, sondern ihn lautstark und live mitverfolgen, sehr spannend, zumal ich vorher noch nie einen Asiaten hab Schreien oder Schimpfen hören..hihi..sie sind also doch nur Menschen. Und alleine die Gerüche, eine Mischung aus rohem ungekühlten Fleisch, Kräutern, Spülmittel und frischem Obst und Gemüse..man bekam sogleich Appetit. :P Doch bevor wir unser Frühstück dann schon im zweistelligen Uhrzeitbereich in unserem tollen Hotel einnahmen, ging es noch zu den alten Cham-Türmen, recht beeindruckend, aber da sind wir mittlerweile schon anderes gewohnt. ;)

Nach unserem Frühstücksschmaus, wir haben den Sand der Dünen immer noch in den Haaren, packten wir unsere 7Sachen und dann ging es ab in den hauseigenen Pool, noch etwas entspannen und rumalbern, bevor wir nach einem schmausigen Mittag, nein es sie nur so aus, als wären wir ständig am Essen, aber es gibt auch so leckere Sachen noch auszutesten, endlich im Bus nach Saigon aufbrachen, noch etwas nichts ahnend und unbedarft.
 
 
Doch als ich dann mehrfach eingeschlummert unmittelbar im Regen Saigons aufwachte, die riesigen Straßen, Staus, die Lautstärke, das Hupen, Abermilionen Lichter und noch mehr Menschen sah, als wir dann mitten in der Stadt ausgekippt wurden und mit unserem gesamten Gepäck, Gesamtgewicht: 60kg, uns den Weg durch die schmutzig-nassen Straßen Hoh Chi Minh Citys zu einem Briefkastenfachartigen Hostel durchschlagen mussten, das war mir als Großstadtliebhaber dann sogar etwas viel. Das einzige was wir noch schafften war, je genau schon wieder etwas Essen, aber noch viel schwieriger, sich bei der riesigen Auswahl an Lokalen hier im BackpackerViertel zu entscheiden, um dann schließlich total entkräftet und müde ins Bett in einem Zimmer ohne wirkliches Fenster zu fallen.


Kulturschock vom Feinsten, aber hey, wir sind ja nicht aus Watte und den Tag drauf geht’s ja ins weitaus ruhigere MekonDelta. Ach komm, du wolltest doch immer laute und aufregende Großstadt, bitteschön! :P

Montag, 24. September 2012

Hoi An – „Looking is for free...“

„… no pushing, no pressure.“ Das war das Motto eines Souvenir-Verkäufers auf dem Nachtmarkt. Naja, nachdem ich eine Kette anprobiert und als nicht passend zu meinem neuen Kleid erklärt hatte, versuchte er mir dennoch vehement die Kette und andere in allen möglichen Farben anzudrehen. Soviel dazu... Das ist trotzdem jetzt unser neuer Lieblingsspruch. ;)
Aber ich fange ja schon wieder mittendrin an zu erzählen...
Also, wir kamen nach nur einer halben Stunde Busfahrt von Danang aus in Hoi An an. Es war Mittagszeit und somit gönnte sich Martin auch erst mal ein Mittagsschläfchen, bevor wir unsere Shoppingtour starteten. Denn wie ihr aufmerksamen Leser euch bestimmt erinnert, ist dieses kleine Städtchen eine Hochburg für Schneidereien. Das Angebot ist geradezu überwältigend, man weiß gar nicht, in welchem Shop man sich niederlassen soll. Wir waren zu faul, uns mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen – da braucht man ja den ganzen Tag und es war schon 15 Uhr – also marschierten wir zunächst in ein Geschäft, in dem ich ganz schicke Wintermäntel entdeckt hatte. Ja, so etwas gibt es hier. Und auch wenn die Vietnamesen behaupten, dass es im Winter wirklich kalt werden kann in ihrem Land, glaube ich nicht, dass sie diese hier je brauchen. Ahnung vom Schneidern dieser haben sie trotzdem und somit schlug ich zu: ein knallroter Mantel und eine braune Jacke, an der ich nicht vorbeigehen konnte.
Das Geschäft namens „LANA“ gleich gegenüber war gefüllt mit Anzügen aller Art und der perfekte Stopp für Martin. Die Beratung war sehr professionell und die Qualität erschien ausgezeichnet, es musste nur noch der richtige Anzug ausgesucht werden – nicht so einfach, wenn man von Kopf bis Fuß alles entscheiden darf und es Hunderte von Stoffen gibt. Es wurde am Ende ein sehr schicker grauer Anzug mit zwei passenden Hemden dazu. Nachdem die Maße genommen waren und angezahlt war, ging es weiter zum Schuhgeschäft. Ein paar schwarze schicke Schuhe und peppige bunte für den Alltag waren geplant. Genau, für Martin, ich sagte nein zu den Schuhen. Und trauere den Higheels jetzt noch nach... Abholen bzw. anprobieren für eventuelle Änderungen war für den nächsten Tag geplant.
Dann wurde noch lecker Cau Lau am Fluss gespeist und über den Nachtmarkt vorbei an vielen bunten Laternen geschlendert.



Fisch mit Limonengras in Bananenblatt


eine der vielen Boutiquen in Hoi An - hier kommt mein Mantel und meine Jacke her


Martin's Füße werden vermessen


Der nächste Tag begann sonnig, genau richtig für unser Vorhaben: eine Schnorchel- und Strandtour zu den nahegelegenen Cham Islands. Die Gruppe war gemischt – Taucher und Schnorchler zusammen auf dem Boot. Für Martin war es das erste mal. ;) Vietnam ist jetzt nicht gerade das Unterwasser-Paradies, aber für den Anfang ganz schön. Ich bin ja sehr verwöhnt mit Australien. ;) Und das „Paddeln“ mit den Schwimmflossen ist immer wieder ein Spaß für sich. Eine Stunde hatten wir Zeit im Wasser und beobachteten bunte Fische, tiefblaue Seesterne und schimmernde Korallen. Danach konnte man zwischen einem zweiten Schnorchel-Stopp oder einem Ausflug ins Fischerdorf auf der größten Insel der Cham Islands wählen. Wir entschieden uns für letzteres, als einzige unserer Gruppe und bekamen eine private Führung durchs Dorf und spazierten danach ungefähr eine halbe Stunde über die Insel zu einem traumhaften Strand, wo wir in Hängematten unter Palmen auf die anderen warteten zum Mittagessen. Danach hatten wir noch weitere 1 ½ Stunden zum Relaxen an diesem wunderschönen Ort. Die Bilder beweisen es:


Häuschen im Fischerdorf
 
 



 
bunte Fischerboote fahren späten Nachmittag hinaus
 
Der Tag war also rundum gelungen und die 1 ½ Millionen Dong wert. ;) Abends wurde wieder lecker gegessen und dann Souvenirs auf dem Nachtmarkt geshoppt. Ups, psssssssst!!!!!!
 
Am dritten Tag mieteten wir uns mal wieder ein Motorrad – welches übrigens echt langsam war. Viel schneller als 60km/h fuhr das Gerät nicht – darf man normalerweise auch nicht, aber wer hält sich schon an Regeln... ;) Unser Ziel war das ca. 60km entfernte My Son – Ruinen noch aus der Zeit der Cham vom 4. bis 11. Jahrhundert. Es ist Unesco Weltkulturerbe und wirklich überwältigend. Der Baustil – Gebäude aus rotem Backstein – ist ein ganz anderer als man sonst in Vietnam sieht. Die Zeit hat jedoch ganz schön daran genagt und somit ist ein Großteil bereits zerstört und die Ruinen von Pflanzen überwuchert. Es wurden leider auch viele Gebäude während des Vietnamkriegs bei Bombardierungen zerstört. Wir versuchten den Touristengruppen zu entkommen, was gar nicht so einfach war. Es war außerdem echt heiß an dem Tag und somit hangelten wir uns von einem Schatten zum anderen. Da wünscht man sich doch fast wieder Regen. ;)


auf dem Weg nach My Son
 

die Motorrad-Gangster
 




Nachmittags eilten wir dann noch von einem Geschäft zum anderen und holten unsere Sachen ab. Wodurch unser Portmonee gleich viel leichter wurde. :(
 
Ein leckeres Cau Lau zu Abend und dann ging's ab in den Nachtbus nach Dalat, einer Stadt im südlichen zentralen Hochland von Vietnam. Dort verbrachten wir 2 Nächte und sind nun in Mui Ne, einem traumhaften Strandort im Süden. Haben gerade ganz lecker gegessen: geschmorter Tunfisch mit Ananas, Garnelen in süß-saurer Soße, Muscheln mit Frühlingszwiebeln, dazu einen Pomelo- und Drachenfruchtsaft und frittierte Bananen mit Honig als Nachtisch. Mmmmmhh! Um euch mal alle neidisch zu machen... falls ihr es bisher noch nicht wart. ;)
Mehr zu den letzten 3 Tagen bald. Morgen geht’s nach Saigon. Und nach 3 Wochen reichen wir auch endlich mal eine Karte nach, damit ihr auch mal seht, wo wir uns rumtreiben.
 
Liebste Grüße!!!
 
PS: Zeit ins Bett zu gehen, wollen morgen Sonnenaufgang am Strand sehen, d.h. um 5 Uhr früh aufstehen...