und am Strand Menschen
über Menschen, wie die sich bewegen, schon etwas komisch, Arme und
Beine hoch, im Rhythmus, Hüftschwünge, Liegestütze, Po auf und ab
Senken, die werden doch nicht, doch das muss der berühmte
vietnamesische Morgenexercise sein, aber ein wenig putzig sieht das
schon aus, aber immerhin, die Uhr zeigt 5:50 und alle sind schon auf
den Beinen.
und zum Vergleich:
Doch für uns geht es erst einmal mit einem neuen
Reisegefährten aus den Niederlanden, ein Banker, lecker Frühstücken,
um dann wieder einmal wie Ölsardinien in einen kleinen Bus gepresst
zu werden, indem unser Gepäck wohl deutlich bequemer sitzt als wir
selbst. Zwischendurch wache ich einmal kurz auf, wir fahren wieder
einige der berühmt berüchtigten ausgebauten Feldwege die Berge
hinauf, enge Kurven, steile Abhänge, keine Randbegrenzung, meine
Blicke wandern nach vorn, der Busfahrer telefoniert ganz vergnügt,
irgendwie wundert es mich auch kaum, dass er vor allem an den
uneinsichtigen Straßenengen ausschließlich die linke Spur benutzt,
also alles gut denke ich mir, du bist in Vietnam und kannst beruhigt
weiter schlafen. Als wir dann unmittelbar vor dem stattlichen
Bergstädtchen Dalat sind und ich wieder erwache, telefoniert er
immer noch, oder schon wieder, ich blicke an mir hinunter, ja doch,
alles noch dran, alles gut. ;)
Die Berglandschaft ist hier eine ganz
andere, kaum mehr Reisfelder und Palmen und Bambus, sondern viel mehr
Nadelgehölz und jede Menge Gemüseanbau, riesige Felder von weißen
Gewächshäusern UND..es ist verdammt kalt, furchtbar, 24 Grad, das
ist ja nicht zum aushalten. Das heißt lange Hose, Pullover und
Socken an, so wir sind wieder startklar. Uns erwartet ein kleiner
putziger Vietnamese mit perfekten Englisch und der Freundlichkeit und
Fürsorglichkeit in Person und genau das sollte schon immer mal
skeptisch machen, jedenfalls, wenn man mit einem Vietnamesen zu tun
hat, der einem etwas verkaufen möchte. Und tatsächlich, nachdem er
uns die Attraktionen der Stadt ganz hoch angepriesen hatte, verriet
er uns seine Secret-Motorbike-Tour durch die Berge, einen ganz
geheimen Wasserfall, das geheimste Dorf der Ureinwohner in den
Bergen, ein geheimes Essen mit seiner Familie und das Ausprobieren
geheimnisvoller Früchte, die wir so noch nie probiert haben und das
alles für verbotene 60$, na klingt das nicht total mystisch und
geheimnisvoll? :P Das dumme daran war nur, bisher schienen die Leute
damit hoch zufrieden zu sein, ein wirkliches kleines Abenteuer. Gut,
dann machen wir das so wie die meisten meiner Kunden, wir überlegen
uns das ganze nochmal (um später dann nein zu sagen, weil wir zuvor
zu unserer Meinung aus Feigheit nicht stehen;). Ich weiß nicht
genau, ob es daran lag, dass die ganzen Highlights, die er uns in der
Stadt empfohlen hatte, wirklich so lahm waren, oder er tatsächlich
so ein ganz klein wenig übertrieben hatte, aber der
Kitschblumengarten war jetzt so atemberaubend nicht und der
städtische See, nunja, die alten japanischen Eisenbahnen waren ja
auch OK, also die eine Diesellok und die kleine Dampflok, aber
vielleicht sind wir einfach schon zu verwöhnt.
(na das schaut doch mal aus wie Frankreich;)
Den Abend runden wir
dann noch mit einem überteuerten und genauso unumwerfenden Essen ab
und ich schwöre mir jetzt schon, hier nichts mehr nur im Ansatz
westliches in Vietnam essen zu wollen. Mit den Pommes hätte man gut
und gern auch den Fußboden wischen können. Endlich setzt auch der
erhoffte Regen ein und nur durch eine Kola können wir uns bei einem
allerdings sehr amüsanten Film noch wach halten. Das war doch mal
ein gelungener Auftakt, ich wollte den Blogeintrag fast schon mit
„Mogelpackung, ein schlecht gemeinter Scherz“ überschreiben. Ich
brauch wohl auch nicht mehr zu erwähnen, dass wir dann doch unsere
eigene Tour am nächsten Tag antreten wollten.
Gut ok, zugegeben, jetzt übertreibe
ich doch etwas, während ich das alles mit sehr amüsanten Humor
nahm, grinste Jana bei einem leckeren Stück Schokoladentorte, den
wir auf Empfehlung unseres geheimnisvollen Hoteliers ergattert
hatten, schon wieder wie ein Honigkuchenpferd.
So jetzt müssen wir nur noch das so
dermaßen dürftige Frühstück überleben und die Tatsache, dass es
die Hotelbelegschaft versäumte sich ausreichend intensiv genug um
ein Motorbike für uns zu bemühen. Also wandern wir nochmal in die
Stadt und tauschen meinen Führerschein, keine Ahnung wieso sie den
jetzt auf einmal haben wollten, aber wahrscheinlich wollten sie auch
mal eine Fahrerlaubnis in den Händen halten, gegen ein Motorrad
besonderer Art und Güte ein, der Blinker geht gleich garnicht, gut
den benötigt man in Vietnam Tatsache, dass man den Anlasser zum
Starten jedesmal vergewaltigen musste. Dafür hatte der Roller
endlich mal wieder richtig Bums. :D
Man hörte das Rauschen und Donnern schon von weitem und während beim letzten wenigstens noch ein paar Menschen bei uns waren, verirrte sich hierhin wohl niemand mehr, die Ticketfrau musste uns aus ihrem Schlaf gerüttelt auch schon hinterher rennen, 20cent, geht in Ordnung. Ein Mann kam uns etwas mit schlammigen Schuhen entgegen und meinte nur, dass der Blick weiter unten atemberaubend sei, allerdings doch sehr gefährlich, da die Steine durch die Gischt ordentlich benetzt seien. Ach Paperlapp, so schlimm wird es schon nicht... Sagen wir es so, als wir wieder oben angekommen waren, hatten unsere Schuhe eine einheitliche braun.glitschige Farbe, der übrige Körper war nass bis auf die Haut, wenn sie nicht mit Schlammspritzer übersät war. Aber das wichtigste, natürlich, die Janas Nikon D3000 samt Tele hatte es überlebt. Bestreiten kann ich allerdings nicht, dass sich dieser wagemutige Einsatz meines Lebens als Lastentier und meiner Taschenlampe in überwältigender Art und Weise lohnte. Breite ca. 30m, Fallhöhe ca. 70m, sich unter ihm zu duschen, würde Schmerzen bereiten, soviel stand fest. An seinem Fuße zu stehen bzw. ein Stück hinter ihm durch ihn hindurch zu laufen, ein unbeschreibliches Gefühl, ich musste Jana förmlich wieder wegzerren, nachdem auch sie eingesehen hatte, dass sich Wassernebel und Kameraobjektiv nicht so optimal vertragen, dennoch wollte sie immer weiter vordringen, durch Schlamm, Matsch und Wasserfallregen, während ich mir schon ausmalte, welche Möglichkeiten es hier geben dürfte, diesen Trip mit wenigsten einem gebrochenen Körperteil doch noch irgenwie zu überleben.
Zudem ich natürlich die Schuhe in der Badewanne, sowie den Rucksack reinigen durfte. Ich weiß bis heute nicht, ob das Hotelpersonal die Badewanne je wieder richtig sauber bekommen wird. Apropos, der Rückweg entwickelte sich immer mehr zu einer Zitterpartie, was nicht an meinen außerordentlich vortreffliches Fahrkünsten lag, sondern daran, dass mit nassen Schuhen, halbabweisende Regenjacken, in dem immer stärker werdenden Regen und Fahrtwind bei 60km/h die 24Grad sich nicht mehr ganz so angenehm anfühlten. Man hatte jetzt die Wahl zwischen weniger Fahrtwind oder vor Einbruch der Dunkelheit daheim in der heißen Badewanne zu liegen. Ich will wirklich nicht wissen, was in den Köpfen der überholten Vietnamesen vorging, aber die Serpentinen die Berge rauf, die verlocken einfach zu sehr. :D
Nach einem heißen Bad ging es dann in
eine westlichen Empfehlung des Lonly Planets, in der Jana der
Versuchung nicht wiederstehen konnte, sich eine Pizza zu bestehlen,
nunja sie war essbar, aber so groß wie eine Mischung aus einem
kleinen Frühstücksteller und einem Kaffetassenteller, nunja man
konnte sie zumindest Essen. Da ich so hungrig war, gleich einen
ganzen Elefanten aufputzen zu können, bestellte ich mir ein
Clubsandwich und einen frittierten Tunfischtaler mit Salat. Und das
entschädigte in jeglicher Hinsicht den gestrigen Abend, Jana langte
kräftig bei mir zu. :)
Unsere Nahrungsmittelreserven wieder
aufgefüllt ging es dann ins Bettchen und am nächsten Morgen wieder
zeitig aus dem Bettchen, auf endlich wieder in warme Gefilde, ich
hätte nicht gedacht, dass man die schwülwarmen 34Grad im Schatten
so vermissen würde. Eins kann ich mir einfach nicht verkneifen, als
wir dann den gestrigen Abend einen der Hoteliers, genau der mit dem
Motorbike nach der Organisation unserer weiteren Busfahrt fragten,
meinte er nur es sei alles geklärt, er bräuchte aber nochmals die
Tickets, um ein zweites mal die Fahrt nach Muine zu bestätigen,
sicher sei sicher. Ein Schelm, wer dabei Unzuverlässigkeit und große
Töne denkt. :P
(Geiz ist geil..aber Geld noch viel mehr..die frischgebackenen Multimilionäre ;)
So nun soll es also endlich an den Ort
auf unserer Reise nach gut 2,5 Wochen gehen, an dem es sich
vortrefflich relaxen lassen soll, mein jedenfalls der Australier im
Bus neben uns, na ob wir ihm das Gegenteil beweisen können? ;)
Und das Wetter gibt schon mal, alles,
uns zum ausruhen zu zwingen, wobei Regen bei 29Grad
Schattentemperatur ja durchaus angenehm sein kann. Am Meer jedoch ist
solches Wetter schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir sind ja
nicht hier her gekommen, um faul am Strand zu liegen. ;) Kurz
spielten wir auch mit dem Gedanken, wieder zurück zum Hotel zu
flüchten und eben das kann nur aus als reizvolle Alternative
gehandelt werden. Denn das Muine Hills in dem wir residierten, liegt
etwas erhöht und abseits von all dem Trubel und der Hektik am
Strand, keine Resorts, keine Touristen und keine
postschließfächerartige 4-Sterne Unterkünfte, sondern
ausschließlich dörfliche Atmosphäre um uns herum und vor allem die
totale Ruhe, dazu ein kleiner Pool, Terrasse mit Blick zum Meer, ein
riesiges Apartment nur für uns, ganz designisch und liebevoll
eingerichtet und nicht zu vergessen genauso hell und weiß und sauber
wie in Beverly Hills, wer den Vergleich nicht kennt, der darf mich da
Anfang nächsten Jahres gern besuchen. ;)
Aber natürlich sind wir hart geblieben
und entschlossen uns nach einer kurzen Unterstellpause am Strand ein
lauschiges Plätzchen zu suchen, von dem aus wir endlich ins mehr
sprinten konnten und das macht bei Regen auch gleich nochmal soviel
Spaß. Der gesamte über 50km breite Strand ist im übrigen trotz der
ganzen Hotel Resorts für die Reichen und Schönen für jedermann
frei zu betreten, sprich man geht mit neidischen und bewundernden
Blicken durch die tropisch saftig-grünen Gärten der 4-Sterne
Parkanlagen hindurch, wird vielleicht etwas seltsam angestarrt und
steht dann direkt am feinen Sand, vor einem die rauschenden Wellen
und zudem kaum eine weitere Menschenseele. Man muss dazu erwähnen,
dass wir uns in der absoluten LowSeason befinden und die innerhalb
der letzten 4 Jahre mit Hotels bepflasterte niedliche Fischerstadt
ein wenig wie eine paradiesische Geisterstadt unter Palmen wirkt,
durch die nur eine einzige Straße am Strand entlang verläuft und an
der man sich schon fragt, wie hier innerhalb der nächsten Jahre ein
Touristenmekka entstehen soll. Das verheißen jedenfalls die ganzen
Hotelbaustellen, wirklich ein bisschen schade, aber gut wird dürfen
ja jetzt genießen.
Und das werden wir auch in den vollsten Zügen,
wir schmeißen uns in die bis zu einem Meter hohe Wellen und halten
die tiefhängenden dunklen Wolken in der Abenddämmerung mit unsere
Kameras fest, der Regen hatte bereits aufgehört, die Idylle zum
greifen na,
wenn da nicht der gelbe Flakscheinwerfer neben uns auf
einmal sein ganzes können unter Beweis stellen musste, mit dem man
auch locker den halben Ozean hätte ausleuchten können. Aber gut,
Jana wurde schon wieder etwas langweilig, also begaben wir uns auf
die Suche nach einem leckeren 3Gänge-Menu und überteuerte Getränke,
jaja die umgerechneten 1,60€ für einen frisch gepressten Saft, ich
denke lieber noch nicht wieder an die deutschen Preise. :D
Vollgestopft watschelten wir dann
wieder zurück in unser schickes Hotel, Jana setzte sich an das
Notebook und ich schieb erst einmal unseren beiden Mitreisenden Jule
und Jojo, die uns auf deren aktuellen Stand gebracht hatten, eine
handvoll Tipps, die wir morgen gleich umsetzen würden. Lustigerweise
empfahlen sie uns eben dieses Hotel, dass wir ca. 6h zuvor bereits
gebucht hatten. :D
Die Schwierigkeiten an solchen
vollgepfropften Tagen besteht am frühen Morgen immer darin, die
liebe Jana aus dem Bett zu werfen, so kuschelbedürftig kann man doch
garnicht sein, denk ich mir dann immer, zumal sie mir ja schon in der
Nacht nicht mehr von der Pelle rückt..hihi..zu doof dass ich das
sobald ich es nicht mehr habe, schon wieder vermissen werde. :P
Diesmal standen meine Chancen aber wirklich gut und so saßen wir
schon recht zeitig bei einmem..hmmmm...uuuuhm..undglaublich leckerem
Früstück mit deutschem Brot und Salami und leckeren
Gemüse-Bacon-Omlette, dazu Eiscafe und ein frisch gepresster
Orangensaft, besser kann man auch wirklich nicht in den Tag starten,
außer vielleicht, als uns der Hotelier auf einmal in Deutsch
ansprach und wir uns endlich das tolle Frühstück erklären konnten.
Jetzt mussten wir doch fragen. Er kam schon vor einigen Jahren nach
Vietnam, um sich einen persönlichen Traum zu erfüllen, den man so
seine Worte einfach nur Leben und eben „machen“ muss, mit einer
Motocrosstour-Firma in Vietnam begonnen, war er jetzt als leitender
Angestellter in einem renommierten Hotel tätig und auf die Frage,
wie es ihm denn hier so erginge, grinste er uns nur an, ich mag auch
garnicht wissen, wieviele ihm exakt diese Frage gestellt haben. Wir
sollten dabei allerdings nicht vergessen, dass damit auch eine
unglaubliche Lernbereitschaft und Tüchtigkeit sowie Disziplin
einhergeht, jedenfalls scheint das die Vietnamesen sehr zu
beeindrucken. Nur seine Aussage über das Wetter hier mit wenn
überhaupt nur einer Stunde Regen am Tag das ganze Jahr über, sollte
er noch einmal gründlich überdenken. Oder wir haben den Regen
tatsächlich mitgebracht. :P Nunja momentan scheint die Sonne, also
ab auf unsere neue schicke waßergekühlte Honda Airblade, der erste
Roller, bei dem sogar die Geschwindigkeitsanzeige funktionierte, und
zu den Fairy Springs. Und dabei klang das so berauschend garnicht,
ein kleiner Wasserfall, den man zu Fuß in seinem Flussbett erreichen
konnte. Doch schon nach 5min stellte sich diese Wasserwanderung mit
den bloßen Füßen durch weichen roten Sand und warmes Wasser als
unser kleines Highlight in den letzten 3 Wochen heraus. Ich hoffe die
Bilder können dies ein klein wenig wiedergeben,
einzig und allein
die Feen haben ein wenig gefehlt. Nur die beiden kleinen Kiddies, die
mit uns mitgelaufen waren, wollten auf halben Weg auf einmal 100.000
dong, das geht ja mal garnicht, nene mittlerweile haben wir doch
einiges dazu gelernt, dass wir uns so nicht mehr abkochen lassen,
also gab es nur 60.000 unter dem Vorwand, sonst nur große Scheine zu
haben und dem Versprechen ihnen das Geld später am Eingang zu
bezahlen, nachdem ich ihren Vorschlag, das Geld gleich zu nehmen und
uns später zu wechseln als nicht sonderlich gewinnbringend ansah.
Sie haben uns dann doch bis zum Wasserfall selbst begleitet, denn ihr
Geld eventuell doch nicht mehr wieder zu sehen, war ihnen dann wohl
auch zu heikel. So ist das nun unter knallharten Geschäftsmännern.
;) Am Ende wollten sie auf einmal 100.000 für jeden, gut sie hatten
uns auch viele Dinge gezeigt, so z. B. Den sichersten Weg zum
Wasserfall, wild wachsende Ananas, beim Berühren zusammenzuckende
Pflanzen und wo man am besten besonders tief in den roten Schlamm mit
seinen Füßen eintauchen kann und wie man ein großes vollständig
wasserabweisendes Blatt als Sonnen- und Regenschutz verwenden kann.
Bekommen haben sie dann umgerechnet 140.000, ein kleiner Sieg für
beide Seiten und den Spaß und das schöne Erlebnis war es allemal
wert.
Weiter ging es dann zum Aussichtspunkt
auf das eigentliche Fischerdörfchen und dann im Affenzahn erst zu
einem rotsandigen ausgetrocknetem Flussbett, in dem wir nach einiger
Zeit der Wanderung Richtung mehr feststellten, dass wir doch lieber
auf dem Motorroller sitzen, und danach zu den großen weißen
Sanddünen. Schon von weitem, als wir bereits über Sand- und
Schotterpisten mit dem Motorbike versuchten die Spur zu halten, bot
sich uns ein atemberaubender Anblick.
Da erhob sich auf einmal aus
dem Nichts und nahezu grüner Landschaft eine kleine gewaltige
Sandwüste vor unseren Augen, nur mit dem Motorbike wollten sie uns
nicht auf die Dünen lassen. Jojo und Jule hatten mal wieder Recht,
und klar die 14$ für 20m waren schon etwas arg, doch wir konnten
nicht widerstehen, nur mit dem Quad durch den Sand zu düsen, mit
querstehenden Rädern einen Burnout hinzulegen und dann mit Vollgas
einen Steilhang hinauf zu brettern, konnte man die ganze Größe und
Monumentalität der Wüste spüren, ein wahnsinnig erhabenes Gefühl,
ganz oben auf der durch den Wind immerzu verwehenden Spitze zu
stehen, und die Fotos..ein Traum. Natürlich sind wir dann auch noch
einmal zu Fuß losgezogen, sind die Dünen hinuntergerutscht, warfen
uns in den Sand und schossen angsteinflösende Fotos, denn hinter den
hellen immer noch in Sonnenlicht getauchten Sanddünen zogen wieder
einmal dicke pechschwarze Gewitterwolken auf, man konnte die
Regenfront förmlich riechen, der Wind schoss bereits durch die
Schluchten der Wüste und uns fehlte es an Flüssigkeit, aber genau
das intensivierte das Gefühl noch einmal.
Eine Coke später durften wir die
peelende Wirkung von Regen und 70 km/h feststellen, doch erst gegen
Abend, als wir schon wieder so halbwegs vom Sande befreit, am Pool
lagen und uns angenehm entspannten, nahm der Regen zu.
Doch das Trommeln der Regentropfen auf
unser Schilfdach schaffte eine sehr schön romantische Atmosphäre,
die wir mit einem leckeren Meeres-Abendessen bei unserem mittlerweile
Lieblingsrestaurant abschlossen, um uns dann in unsere Gemächer
zurückzuziehen, denn nach der ersten Nacht Saigon durften wir uns
wie in Sultane in einem Palast fühlen. Aber dazu kommen wir gleich.
Am nächsten Tag nämlich, als wir dahin aufbrechen wollten, hatten
wir es doch noch geschafft, seit 2 Wochen vorgenommen und jetzt
endlich, 04:40 klingelt der Wecker, 04:41 stehe ich mit Hampelmännern
vor Jana und dem riesigen Ehebett, 04:47 steigt sie aus dem Bett,
neuer Rekord, 5:10 brechen wir auf und 5:21 sind wir endlich am
Strand, 5:36..nachdem wir uns durch die Flut des Meeres am
aufgetürmten Sandstrand gekämpft haben..erleben wir natürlich
keinen atemberaubenden Sonnenaufgang, viel zu viele Wolken verzieren
den Himmel. Aber natürlich hat sich das Aufstehen gelohnt, allein
schon die durch das Meer und den Sand wuselnden Fischer, ein reges
Treiben und dennoch fast absolute Ruhe, nur das Meeresrauschen und
wundervoll angestrahlte Wolken, bis sie dann doch noch rauskommt, die
Sonne, doch da sind wir schon wieder auf dem Weg nach Phan Thien, der
nächst gelegenen größeren Stadt, auf der Suche nach einem
Geburtstagsgeschenk für mich.
Denn irgenwie hatte ich an dem Happy
Buddah als Statue im Hotel gefallen gefunden, nur den wollten sie mir
nicht vermachen, aber auf dem Markt in Phan Thien sollte ein solcher
sich finden lassen, nur doof wenn man ohne jegliches Kartenmaterial
in eine vietnamesische Großstadt aufbricht, denn halten sie schon
Überland nicht sonderlich viel von Ausschilderung, findet man selbst
bei großen Attraktionen in der Stadt schon gar keine Beschilderung
mehr. Zudem senkte sich die Tanknadel, je mehr wir schon etwas
verzweifelt, aber immer noch ganz entspannt Fotos schießend, durch
die Straßen irrten, immer mehr gen ihrem bedrohlich Tiefststand, bis
wir dann doch in einem 4-Sterne-Supirior-Hotel etwas Hilfestellung
bekamen, aber ich meine, unser Strand-Look mit dreckigen Füßen vom
Lokal-Market wird ihnen Ewig in Erinnerung bleiben. :D
Auch wenn wir
keine BuddahStatue für mich mehr fanden, war der riesige Markt am
frühen Morgen wirklich sehr spektakulär anzuschauen, man konnte den
Wettbewerb zwischen den Händlern nicht nur förmlich riechen,
sondern ihn lautstark und live mitverfolgen, sehr spannend, zumal ich
vorher noch nie einen Asiaten hab Schreien oder Schimpfen
hören..hihi..sie sind also doch nur Menschen. Und alleine die
Gerüche, eine Mischung aus rohem ungekühlten Fleisch, Kräutern,
Spülmittel und frischem Obst und Gemüse..man bekam sogleich
Appetit. :P Doch bevor wir unser Frühstück dann schon im
zweistelligen Uhrzeitbereich in unserem tollen Hotel einnahmen, ging
es noch zu den alten Cham-Türmen, recht beeindruckend, aber da sind
wir mittlerweile schon anderes gewohnt. ;)
Nach unserem Frühstücksschmaus, wir
haben den Sand der Dünen immer noch in den Haaren, packten wir
unsere 7Sachen und dann ging es ab in den hauseigenen Pool, noch
etwas entspannen und rumalbern, bevor wir nach einem schmausigen
Mittag, nein es sie nur so aus, als wären wir ständig am Essen,
aber es gibt auch so leckere Sachen noch auszutesten, endlich im Bus
nach Saigon aufbrachen, noch etwas nichts ahnend und unbedarft.
Doch
als ich dann mehrfach eingeschlummert unmittelbar im Regen Saigons
aufwachte, die riesigen Straßen, Staus, die Lautstärke, das Hupen,
Abermilionen Lichter und noch mehr Menschen sah, als wir dann mitten
in der Stadt ausgekippt wurden und mit unserem gesamten Gepäck,
Gesamtgewicht: 60kg, uns den Weg durch die schmutzig-nassen Straßen
Hoh Chi Minh Citys zu einem Briefkastenfachartigen Hostel
durchschlagen mussten, das war mir als Großstadtliebhaber dann sogar
etwas viel. Das einzige was wir noch schafften war, je genau schon
wieder etwas Essen, aber noch viel schwieriger, sich bei der riesigen
Auswahl an Lokalen hier im BackpackerViertel zu entscheiden, um dann
schließlich total entkräftet und müde ins Bett in einem Zimmer
ohne wirkliches Fenster zu fallen.
Kulturschock vom Feinsten, aber hey, wir sind ja nicht aus Watte und den Tag drauf geht’s ja ins weitaus ruhigere MekonDelta. Ach komm, du wolltest doch immer laute und aufregende Großstadt, bitteschön! :P
Ich habe ein neues Lieblingsbild von Martin !!!! Na, welches wohl??? Klar, das am Strand, fast noch schöner als das mit den Frangipani-Blüten :) Ein sehr schöner blog-Eintrag und täuscht mich der Eindruck, dass Eure Tage immer vollgepackter werden je näher die Abreise kommt? Und überhaupt, wieso esst Ihr in dem Futterparadies Vietnam überhaupt westliches Essen? Und dann lese ich immer "Coke" - ich muss mich schon sehr wundern! Was mir noch nicht ganz klar ist - wie soll die Jana Zeit zum Studieren finden wenn sie die tausenden Bilder sichten, bearbeiten, aussortieren und zu einem Reisevortrag der Extraklasse machen soll? Ich freu mich schon so auf Eure Reiseberichte....
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