Ich weiß schon garnicht mehr, welchen Tag wir hier haben..aber Guten Abend erst einmal alle miteinander. :)
Wo waren wir, achja stimmt ja, heute steht die Anreise in die Halong Bay an und ich kann endlich wieder die Gelegenheit nutzen, im Bus zu schlafen, denn aus irgendwelchen Gründen, entpuppt sich das zu meiner Lieblingsbeschäftigung, wobei Jana völlig Recht hatte, die Straßen Vietnams, oder sagen wir lieber die deutschen Feldwege, tragen allerdings nicht gerade zu einem ausdauernden Schlaf ein. Dann bleibt nur noch der lieblichen Stimme unseres Tourguides zu lauschen und gebannt dem entgegen fiebern, was einen da erwartet, mal abgesehenn von den auf der einen Seite lieblos verputzten Hauswände und der reich verzierten Vorderseite und den aus jedem Vietnamfilm bekannten staubigen Stimmung. Die kleine Thanh war aber wirklich zuckersüß, ihr gelang es innerhalb von ein paar Minuten die Gruppe füreinander zu öffnen und eine rundum Wohlfühl- und Entspannungsstimmung zu schaffen. Sie war gerade mit ihrem Studium fertig geworden und konnte es garnicht erwarten, endlich auf die noch nichts ahnenden Touris losgelassen zu werden. :D Ach noch kurz zur Info, die Bucht selbst, so die Legende, war ein Zufluchtsort für ausgestoßene und verbante Drachen, sie sollte eine Art Gefängnis darstellen. Nur gefiel es den Drachen so gut, dass sie von da garnicht mehr weg wollten. Kann ich gut verstehen. :)
Am Hafen angekommen ging dann alles ganz fix, was einem auch nur Recht sein konnte, denn dieser ganze Menschenauflauf, der sich durch den gesamten Hafen durch schob, war alles andere als was die Prospekte angepriesen hatten. Gut wen interessieren schon Prospekte, wenn die nicht einmal im Ansatz das ankündigen konnten, was uns erwarten sollte, aber der Reihe nach.
Erst einmal musste ich versuchen Jana dazu zu bewegen, nicht nur ihrer Kamera und der atemberaubenden Landschaft, nein wirklich, bei dem heftigen Wind brauchte es keine Atembewegungen mehr, da wurde die Luft ganz alleine in die Lungen gepresst, sondern auch mir und vorallem dem leckeren Essen zu widmen. Überhaupt werde ich die nächsten Tagen total begeistert davon schwärmen, wie lecker wir hier verköstigt werden. Und noch einmal für alle Skeptiker, wer hier nix unbekanntes ausprobiert, wird ganz schnell und elende verhungern, mal abgesehen davon was er da verpasst. Auch wenn man sich bei einigen Dingen nicht ganz so sicher sein kann und vielleicht auch garnicht wissen will, wo sie herstammen oder was sie in ihrem früheren Leben mal waren. ;)
Eines der vielen Fischerboten nahe der dazugehörigen Wasserdorfer
Das einzige was momentan noch etwas ausbleibt ist das genial blaue Wasser, aber gut die Stimmung mit den tief hängenden dunklen Wolken hat auch seinen ganz persönlich geheimnisvollen Charme. Zudem sind wir ohnehin gleich damit beschäftigt eine gigantische Tropfsteinhöhle zu bestaunen, Paddeln zu gehen und entgegen meinem Wunsch, doch noch einen Aussichtspunkt zu erklimmen, damit Jana noch faszinierendere Bilder, ihr glaubt garnicht wie fasziniert ich eigentlich jetzt schon davon war :P. Aber ja natürlich hatte sie wie immer Recht..unbeschreiblich schön..aber das kann auch die doofe Kamera nicht festhalten, so. :D
Natürlich mussten wir als einzige eine kleine Insel, die dann doch viel größer als gedacht war, umrunden und gegen die peitschenden Wellen ankämpfend als letzte eintrudeln, aber hey, Urlaub heißt ja lediglich alles entspannt und in vollsten Zügen zu genießen und nicht seine alten Gewohnheiten abzulegen.
Das Abendessen versuchte das alles nochmal zu übertreffen und darauf saßen wir entspannt auf dem Sonnendeck und genossen die Ruhe der Bucht, kein Boot fuhr hupend durch die Gegend, jaja die akustische Bemerkbarmachung ist das Lieblingsspielzeug der Vietnamesen und vor allem eins, ein Verschleißteil :D, alles ganz still, der Regen säuselte über das Sonnendach und wenn man genau hinschaute, konnte man sogar einen Stern erblicken. Also jedenfalls als Jana sich mit dem Großteil der Gruppe englisch schnatternd die halbe Gruppe zum Freund gemacht hatte. Umso erleichterter war ich, sie dann in der Nacht wie der ganz für mich allein zu haben.
Am nächsten Tag ging es dann munter weiter mit unserer Entdeckungstour, so lernten wir, wie man Austern das Perlenzüchten beibringt und sie richtig öffnet, dass Affen auf Monkey Island nicht deswegen schon den Touris mit offenen Armen entgegen laufen, nur weil die Insel so heißt, dass Salzwasser und Sonnenbrand sich nicht ganz so gut verträgt und wenn in den Niederlanden die Fahrräder aus dem Mittelalter kommen, dann müssen die aus Vietnam aus der Steinzeit stammen, ja doch, auch auf der Felge kann man an sein Ziel kommen und nein wir reden hier nicht von asphaltierten Straßen, Feldwege, ihr erinnert euch? :P
Mittlerweile ist das Wetter hier so richtig warm und sonnig geworden, also nix mehr mit läppischen 30Grad und so war man über jede der angenehmen Meeresbrisen fast so hoch erfreut, wie die Extrawurscht, welche unsere Tourguides wieder für uns braten mussten, denn während die übrige Gruppe wieder zurück zum Boot radelte, um dann in irgend so einem Hotelbunker abzusteigen, durften wir in dem kleinen 30-Seelendorf mitten im Dschungel in einem Bungalow aus Stein und Stroh verweilen. Ich würde euch ja gern beschreiben, wie sich ein gutes Buch, Urwald, Regen und Gewitter und das bei feuchtwarmen Wetter anfühlt, aber das lässt sich leider wirklich nicht beschreiben. Das konnte dann nur noch durch das Abendessen mit 2 Deutschen, es waren an sich nur 7 Mann mit uns da unter gebracht, aus Jena und Dresden getoppt werden, die uns im Übrigen seit dem mit einem Tag Verzögerung folgen. Das sagt doch irgendwie schon alles. ;)
Leider mussten wir dann doch am nächsten Morgen feststellen, dass alles zum Glück nicht nur ein wundervoller Traum war, aber uns das Abenteuer weiter treiben wollte, oder sagen wir eher, weiter spülen, denn ja es regnete immer noch und ja der Grip meines platten Hinterrades wurde dadurch auch net wesentlich besser, zudem musste ich befürchten, dass bei jedem Antritt am Berg der Rahmen zusammenbrechen würde, ich werde einfach nicht mehr ins Fitnessstudio gehen. :D
Nach einigem Erfahrungsaustausch war uns ganz schnell klar, Bungalow schlägt Hotel in jeder Hinsicht, zumal Rambo ja auch nicht in einem Hotel übernachtet.
Jetzt hatten wir also schon bewölkten Himmel und wunderbarsten Sonnenschein, was fehlt noch, genau, Blitz, Groll und Donner und schon wieder Sprachlosigkeit, also lassen wir lieber die Kamera sprechen. Eins vielleicht doch noch, man glaubt garnicht welche mysthisch-romantische Stimmung dieses Ensemble der Naturgewalten erzeugen kann. Gänsehaut-Feeling pur.
Die Rückfahrt bestand im wesentlichen aus Essen, Schlafen und mit der VISA-Kreditkartengesellschaft diskutieren. Es bleibt wohl dabei, Jana wird mich weiter aushalten dürfen, aber keine Angst, ich bezahle sie gut. :P
Wie nennt man eigentlich eine große Stahlplatte mit gefühlten 100 verschiedenen Sorten Fleischvariationen und Gemüse mitten an einer Straßenkreuzung mit ganz vielen Mini-Plastikstühlchen, einem Grill und einer Frau, die ständig mit einem riesigen Geldbündel durch die engen Reihen balancierte? Genau wir waren wieder an unserem mittlerweile Lieblingsrestaurant angekommen und diesmal gibt es auch ein Bild dazu.
Bemerkenswert ist noch eins und dann bin ich auch wirklich fertig, ganz ehrlich..hihi..wie wir mit einer stoischen Ruhe alles für die Abreise nach Sa Pa organisiert bekamen und dann dahin mit dem 20:35 Nacht-Zug aufbrechen wollten, am selben Tag wohl gemerkt, Urlaub muss ja auch mal ein wenig spannend sein. ;)
Ich hoffe unsere Beine sind vom Motorollern bis zur Wanderung morgen, natürlich 1h früher als die ersten Touris, wieder fit...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen