Sonntag, 7. Oktober 2012

„One night in Bangkok.."

Den Song dürfte ja mittlerweile jedem bekannt sein, aber mal ganz ehrlich, wer will denn schon nur eine haben, wenn er ganze 3 in einer solchen Weltmetropole haben kann. 3 Nächte die eigentlich auch verrückter nicht sein könnten, 3 Nächte, die quasi die gesamte Stadt definieren.


Mich hatte es auch schon ein wenig verwundert, dass der Flug von Saigon nach Bangkok so reibungslos funktionierte, wir in der Zeit lagen und das alles unmittelbar vor meine Geburtstag, aber gut dachte ich mir, damit wird es schon was zu tun haben. Glücklicher Weise hatten wir vergessen nachzuschauen, wie man am besten in unser Luxushotel gelangt, der Flughafen groß genug, das ganze zentnerschwere Gepäck spürbar durch die Gegend zu tragen, der Geldautomat spuckte dann nur 1000 THB aus, die Wechselschalter waren bereits 22Uhr geschlossen, klar in einer Stadt, in der vermutlich keiner schläft, ist das ja nichts so außergewöhnliches, Monsunregen schon im Skytrain, schon  jetzt wurde ins klar, dass Bangkok doch etwas größer als Saigon sein musste, mittlerweile war es schon halb12, 20min warten in einer riesigen und vor allem leeren Bahnhofshalle, bis dann mal irgendwann ein Taxi eintrudelte und Jana noch beim Einsteigen in das Taxi Happy Birthday sang, lustig war es allemal. :D

So allmählich wurde uns dann doch kalt, jetzt fuhren wir schon über einer halben Stunde mit dem überklimatisierten Taxi quer durch den Regen, irgendwo musste dieses doofe Hotel doch sein. Nachdem sich dann 6 Leute gemeinsam etwas ungläubig mein Handy mit der Adresse angeschaut hatten, man sollte dazu erwähnen, dass die Thailänder im Gegensatz zu den Vietnamesen andere Schriftzeichen benutzen, und wir jeden Straßenzug einzeln abfuhren, war es dann soweit, als wir in eine dunkle, Wasser von allen Dächer tropfende, mit schummrigen Licht beleuchtete Seitenstraße einbogen, da war es also. Wie unfähig kann man eigentlich sein, dachte ich mir so, es sollte sich allerdings noch herausstellen, wie sehr wir dem Taxifahrer nachempfinden konnten. Jedenfalls waren wir angekommen, es konnte nur noch besser werden, doch die Tür, sie schien verschlossen. Gut ein Schild wies uns an, etwas weiter die Straße hinauf zu suchen und tatsächlich, doch nicht auf den Straßen Bangkoks übernachten, nur wo war meine Digicam abgeblieben, ich hatte die doch noch in den Rucksack..so und jetzt war wirklich Panik angesagt, denn auch wenn ich sehr an meinen beiden Kopfhörern und dem MP3-Player gehangen habe, der Verlust wäre in der Tat unschön gewesen. Ihr glaubt garnicht wie schwer es ist, eine kleine schwarze Kameratasche in einer 5cm hohen Pfütze im Schummerlicht der nicht vorhandenen Straßenbeleuchtung zu erkennen und ja sie funktioniert auch noch. Wieder einmal Glück gehabt, jetzt nur noch in unser kuschelig warmes, also auf 26Grad runtergekühltes Zimmer zu gehen und endlich schlafen zu können. Voller Erwartungen bestiegen wir die Stufen in die 3. Etage, wenn das Haus von außen schon so schrecklich aussah, die Bewertung des Hotels und die Bilder im Internet der 3-Sterne Suite, Superior und Deluxe waren uns etwas wenig, Luxus musste es schon sein, konnte man schon als verheißungsvoll bezeichnen. Was jetzt kommt, dürfte jedem klar sein, aber nein es war spät, ich wollte mich erst morgen ganz gepflegt darüber beim Hotelpersonal aufregen..mit welcher Inkompetenz ich hier in Thailand empfangen werde. :P

Nach einem wohl verdienten Ausschlafen fühlte sich das Ganze immer noch nicht nach Geburtstag an, also sorgen wir erst einmal dafür, dass wir uns besser fühlen. Notebook aufgeklappt und die Bilder des Hotels im Netz mit denen hier live vor Ort verglichen. Beeindruckend, was man mit Photoshop so alles erreichen kann, da war sogar ich schwer mitgenommen, das war ziemlich exakt das identische Zimmer, nur halt weiß, sauber, rot leuchtend und riesengroß. Kein Zimmer vom Bad, gut aber was wollte man da auch fotografieren, eine Kloschüssel, darüber der Duschkopf und etwas außerhalb dann ein kleines Waschbecken ohne Spiegel. So also verklagen ging schonmal nicht. Wir wählten die diplomatischere Variante, denn nach dem meiner Meinung nach besten Frühstück der ganzen letzten 4Wochen, war das das abwechslungsreichste und leckerste, mussten wir einfach bleiben. Entweder lag es an meine Gesichtsausdruck oder daran, das auch das Hotelpersonal um die Vorzüge unserer Luxussuite wusste, jedenfalls konnten wir ohne Beanstandung und ohne Nachfrage und ohne jegliche Begründung unsererseits, uns ein anderes Zimmer anschauen und dahin wechseln. Auch wenn dies kleiner war, befand es sich im modernen neu gebauten Gebäude, in dem alles vom allerfeinsten war, das ganze Zimmer bestand faktisch aus fernsteuerbarer Elektronik, dazu ganz warmes Holz-Interior, hell, strahlend weiß, sauber und einfach schick, eben das machte den Unterschied, so jetzt ist aber genug, eigentlich wollen wir ja gar keinen Luxus, also jedenfalls sonst nicht. :D


 Von nun an ging es, nachdem wir uns umfassend über Bangkok informiert hatten steil bergauf und vor allem mit den Temperaturen. Die Luft war so erdrückend staubig-feucht und einfach schwülwarm, wie ich es bisher hier in Südostasien nicht erlebt hatte, auch wenn Jana natürlich mit einem leichten Handwink andeutet, dass das doch im Vergleich zu August noch garnichts war. :P
Schnell gaben wir auch die Idee auf, so einiges per pedes in der Stadt erreichen zu können, oh man diese Straßen musste doch irgendwann wieder aufhören, oder zumindest die Sonne und in das Wasser im Graben um das Regierungsviertel konnte man auch nicht, schaute dort doch ein Kopf von etwas reptilieartiges heraus, wir waren also immer noch in Asien, man wunderte sich schon kaum noch darüber. Die Stadt selbst ist natürlich schon wahnsinnig gigantisch, man findet auch keinen Fleck, von dem aus man keinen spektakulären Blick auf  irgendeinem Wolkenkratzer haben konnte, 6spurige glatt-asphaltierte Straßen, die Leute müssen sich auf gefragt haben, wieso ich gepflasterte Fußwege fotografiere, keine Motorroller, kein ständiges Hupen, wir haben doch nicht wirklich den Kontinent gewechselt? Ein Glück hielt dann an der Straße ein völlig heruntergekommener, verrosteter und ausgebeultes Bus, dem auch einige Scheiben schon fehlten, puh, wir sind doch noch in Asien und spätestens bei dem Anblick der Seitengassen, ruinenartige unverputzte graue Häuser, hängende offene Stromleitungen, so langsam fühlten wir uns wieder heimisch, das hatte man so ja auch in Ho Chi Minh City.


Woran es da allerdings fehlte, waren die überwältigend hohen Häuser mit Skyscrabbern von 60Stockwerken und mehr, welche das WorldTradeCenter in Dresden oder die Keksrolle Jenas sogar in den mittaglichen Schatten stellen. Dieses Unterschied aus verglasten Hightechbauten und diesen Häuserruinen ist wirklich in beeindruckender Art und Weise beängstigend und der eigentliche Grund, weswegen ich solche Megastädte mag. Und noch ein weiterer, wenn man in einer solchen asiatischen sich hin und her bewegt und die Komponente monumentaler Kultur in Form von überwältigenden Gebäuden an Tempelstädten, Türmen und Palästen hinzutritt, dazu noch Wohnviertel aus völlig anderen Kulturen und fertig ist das kunterbunte Abenteuer. Auf geht’s.



Natürlich fehlt da auch noch etwas, am Horizont in der schummrigen Hitze konnte man irgendetwas großes weißes, eine riesige Kuppel erkennen, eine Fata Morgana, so wie sich die Luft über den heißen Asphalt des Highways bewegte schien es jedenfalls. Ein, sagt mal wie oft hab ich das Wort gigantisch und monumental jetzt bisher schon verwandt? Aber anders kann man das auch einfach nicht beschreiben, und dabei war der buddhistische Tempel genau vor uns noch nicht einmal im Reiseführer zu finden. Etwas schwer beeindruckt und auch geschafft nach dieser halbstündigen Lauftour durch die Mittagshitze, mussten wir erst einmal bei lecker Obst und einem kühlen Drink rasten, bevor wir uns in die heiligen Hallen wagten. Im Nachhinein betrachtet müssen wir schon ein wenig schmunzeln, aber wir waren das auch aus Vietnam nicht anders gewöhnt, denn die meisten Tempel da sind entweder durch Kriege und Witterung nicht höher gewachsen oder sie sind grundsätzlich recht klein angelegt, keine Spur von prunkvoller gewaltiger Herrlichkeit.



Auf einmal stellten wir fest, dass die Zeit schon deutlich weiter vorangeschritten war, jetzt musste unsere TouriTour wirklich mal losgehen, die Frage welche sich nun noch stellte, wie gelangte man zur prunkvollsten, über und über goldverzierten Tempelstadt Bangkoks? Die 4km wollten wir jedenfalls nicht laufen und in Bangkok bewegt sich niemand per pedes. Wir hatten uns allerdings natürlich informiert, wie man sich am günstigsten durch die Stadt bewegt, denn trotz der modernen Skytrains, gelangt man mit diesen kaum in das Stadtzentrum. 2 Möglichkeiten standen zur Wahl, entweder ein Taxi oder das Fortbewegungsmittel der Thailänder, jedenfalls wenn man kein Auto besitzt, das TucTuc. Und auch wenn die auf den Bilder eigentlich recht niedlich ausschauen, ihr möchtet garnicht wissen, wie verrückt man mit den Dingern durch die Straßen Bangkoks heizen kann, da wird einem schnell mal Angst und Bange, wobei unser Chauffeur es recht entspannt anging, mal vom Preis abgesehen. ;)



Ein paar Schritte gegangen, war mir noch nicht so ganz klar, wieso hier einige Männer und Frauen trotz nicht Knie bedeckender Kleidung durch die Tempelanlagen spazierten und ich mir so eine total stylische Dragon-Aladin-Hose anziehen durfte, aber hey ich halt mich wenigstens an die Spielregeln, mal ausnahmsweise. Wenn man schon in einer anderen Kultur unterwegs ist, sollte man der jedenfalls einen Funken Respekt zollen, aber Fotos von meditierenden Mönchen in einem mit einer männlichen Stimme beschalten Raum sind ok? ;)
Wir hatten nur ca. 1,5h Zeit uns dieses spektakuläre Kunst-Gebäude-Gebilde anzuschauen und trotz der Tatsache, dass es soviel zu entdecken und an Atmosphäre einzuatmen gab, hätte man die Reizüberflutung auch nicht wesentlich länger ausgehalten. Aber seht einfach selbst.


Noch bevor sich die Sonne gen Horizont neigte, wollten wir das nächste Highlight nicht verpassen, oder sagen wir eher, es regte sich ein gewisses Unbehagen in uns, noch nichts wirklich gesehen und geschafft zu haben, nachdem wir den heutigen Tag so entspannt angegangen waren, aber ich denke zu seinem Geburtstag, ist das doch noch verzeihlich und schließlich hatte mir Jana nicht nur diesen tollen Tag, so wie ich ihn mir vorstellte, geschenkt, nein 2 reizende HappyBuddha noch dazu und wer damit nichts anfangen kann, der hat definitiv eine Bildungslücke und sollte sie schnellstmöglich auffüllen. :P

Der größte Tempel Bangkoks und naja mir fallen einfach keine weiteren Formen der wörtlichen Steigerungen mehr ein und diesmal hatte sogar ein 24mm Weitwinkel arge Probleme, doch allein schon die Stimmung bei Nacht, die untergehende Sonne, kaum eine Menschenseele geistert noch durch die labyrinthartigen Wege und irgendwie möchte man nur noch innehalten, die Augen schließen und sich von all der hier gebündelten spirituellen Energie durchströmen lassen.


Wir waren doch in der Stadt der extremen Gegensätze, und hier kommen sie. 20min später und einer total abgefahrenen und eigentlich mehr lebensmüden TucTucFahrt weiter, die europäischen Mädls in einem Taxis neben uns zuckten auch nur verständnislos und verängstigt die Achseln, als wir an ihnen vorbeirauschten, bunte Lichter, grelle Neoröhren, ein fast vietnamesischer Verkehr, rechts und links von uns wird auf den Straßen gekocht, ein irres treiben, eine Lautstärke und nein, kein Zeitsprung zurück nach Vietnam, es ist ChinaTown und genau so hatte ich mir das immer vorgestellt. Man irrt umher, um überhaupt ein englisch sprachiges Restaurant, ach was sage ich da, eine improvisierte Straßenspelunke, zu finden, wartet dann erstmal gut 20min einen Platz zu bekommen, bestellt dann schon einmal im Stehen die leckersten SeaFoodKöstlichkeiten und als man dann sitzt, endlich wieder Stäbchen in der Hand, denn das kennen die Thais zu unserem Leidwesen garnicht, einen die Leute um einen herum nur angrinsen, ist man einfach mitten drin, statt nur dabei, wir quälen unsere Kameras.






Doch das eigentliche Highlight erwartete uns ja noch, über 60 Stockwerke, eine edle VIP Bar, Blick über die nächtliche Skyline, ein süßer Cocktail und fühlen wie die Götter auf Wolken, danach in einen schicken Club, so wollten wir meinen Geburtstag in dieser atemberaubenden Stadt ausklingen lassen. Na klingt das nicht langweilig? :D


Das TucTuc oder besser gesagt sein Fahrer versuchten sich diesmal mit uns recht rege zu unterhalten, als während wir mit knapp 100 über die Schnellstraße im Slalom durch die Autos schossen, diesmal war es schon nicht mehr lustig. Das Hotel in dem wir abstiegen, auf dessen Dach sich die Skybar befinden sollte, 5-Sterne FirstClass natürlich, öffnete dann doch entgegen dem Reiseführer nicht 18Uhr sondern 21.30 Uhr, gut wirklich schade, aber noch dachten wir uns dabei nichts. Es bestand ja noch eine zweite Möglichkeit, also in den Skytrain hinein, um dann am Empfang des, diesmal nur 4-Sterne, Hotels sagen lassen zu müssen, dass man den Dresscode in einem solchen Etablissement nicht erfüllt, kurze über die Knie, ja wir hatten es ja heut schonmal, gehende Hosen gehen einfach garnicht. Jana war so süß, als sie versuchte, ihnen zu erklären, dass ich doch Geburtstag habe und sie doch eine Ausnahme machen können, aber nix zu machen. Klar begann es dann noch zu regnen, die Zeit wurde eng, denn wir mussten auch noch schauen, wo man am besten in welchen Club zu welcher Party geht, die Züge fahren hier nur bis Mitternacht, den Anschlusszug verpasst und eigentlich wollten wir dann wirklich nur noch nach Hause, doch irgendjemand ließ uns einfach nicht. Es mag sicherlich hochgradig peinlich klingen und sicherlich passt das so garnicht zu unser beider Orientierungssinn, aber wir haben unser Hotel einfach nicht gefunden, irrten dann fast eine Stunde von einer auf die andere Straßenseite, vor und wieder zurück und wieder vor, es war zum Verzweifeln. Hier in der Nacht, in der von dem Plateau des Skytrain ausgesehen in beide Straßenrichtungen alles gespiegelt ausschaut, schaute auf einmal alles anders drein. Der Knüller ist aber tatsächlich das Hausnummernsytem, denn die eigentlichen befinden sich nur entlang der Hauptstraße und dann gibt es weitere Unternummern, deren System uns bis heute noch immer nicht vollständig geläufig erscheint, jedenfalls empfanden wir irgendwie, keine Ahnung wie wir darauf kamen, Mitleid mit unserem gestrigen Taxisfahrer. Nach einer Runde Googlen und GoogleMappen, in einem anderen Hotel, die im Übrigen auch den Eindruck erwecken, alleine auf diesem Planeten zu sein, wenn sie nichtmal ihre Nachbarn kennen, hatten wir es dann endlich geschafft, und genauso vielen wir ins Bett. Aber gut, dann trete ich eben morgen Bangkok in den Hintern. ;D

So dann wollen wir mal, was steht denn heute so schönes auf dem Programm? Achja richtig, erst wollten wir uns doch am Buffet die Bäuche vollschlagen, nachdem wir ausgeschlafen und diesmal wirklich gut vorbereitet in das ja schon fast neblige schwül-heiße Bangkok aufbrechen, zum nächsten Abenteuer, achja ich werde die AirCons vermissen. :D Apropos, es ist ein unglaublich angenehmes Gefühl, wenn man aus 32Grad feuchtwarmer Luft in den 18Grad herunter gekühlten Trockenluft-Skytrain einsteigst und du dich bei jedem Ein- oder Austreten fragst, was ist dir eigentlich lieber, die Hitze der Hölle oder der Gefrierschrank? Die Spinnen doch, die Thailänder! :P

Das tolle an den Einkaufszentren in Bangkok ist, man bekommt sie faktisch nicht von außen in ihrer vollen Größe zu Gesicht, viel zu eng ist da alles aneinander gebaut. Aber da man durch kleinen Verbindungsstücke munter von einem wohl temperierten Kaufhaus in das nächste spazieren kann, stört das auch kaum, auch wenn die Preise uns so allmählich erblassen lassen, denn hier sind wir ganz sicher keine Millionäre mehr, schade, wir hatten uns schon so dran gewöhnt. Doch wir wollten mehr, nein nicht Shoppen, mehr von diese Viertel, in dem das alte Bangkok mit seinen herunterbröckelnden Häuserruinen, die wir hier wohl liebevoll als Slums bezeichnen würden, direkt zwischen den meterhohen spiegelverglast-funkelnden Skyscrapern sich hindurch winden. 


Und nur eine Ecke weiter steht man mitten in einem Buddhistischen Tempel, kein Grün, kein Platz, aber einfach wunderschön anzuschauen. Und als dann auch noch der Nieselregen einsetzte und wir uns einen Unterschlupf in einem zugegebenermaßen sehr ausgedünnten Stadtpark suchten, erlebten wir zwischen dem ganzen Trouble dann doch ganz leise mystische Ruhe.


Auf unserer kleinen Flussfahrt genossen wir dann einen wunderbar heftigen Monsunregen unter dem Dach unseres Schnellbotes, in der Hoffnung, die Welt würde doch nicht untergehen. Der letzte und zugleich auf seine Weise beeindruckenste Tempel wartete auf uns, ein Tempel über und über mit bunten Mosaike und Scherben versehen, den man sogar nach einem steil-gefährlichen Treppenaufstieg besteigen und die Welt sich ein Stück von oben anschauen konnte. Wieder waren wir dem Sonnenuntergang nahe und wieder wurde es ganz ruhig und leise um uns herum und dann taten wir etwas, was sicherlich keiner erwartet hätte. Wir waren fertig, also nicht körperlich und nervlich, nein mit Sightseeing, zu gut Deutsch, wir hatten nix mehr zu tun und wussten gar nichts mehr mit uns anzustellen. Sollte das nicht doch noch nach Urlaub klingen? ;)




Wir ließen uns in einem kleinen Treppchen, fernab des Haupttempels nieder, schrieben die letzten Postkarten und genossen diese Ruhe, diese Stille, Entspannung pur und ich versuchte krampfhaft nicht auf das Klickgeräusch zu achten, mit dem Jana ständig versuchte in orangen Gewändern gekleidete Mönche einzufangen.

So jetzt war aber genug mit der Ruhe und Stille, im Affenzahn ging es wieder durch die Straßen, nachdem ich den dreisten TucTuc-Fahrer erstmal auf eindrittel des Preises zurechtwies, diesmal zu IdiaTown. Doch irgendwie waren die Leute dann an den Verkaufsständen am Abbauen und dabei sollte sich doch hier vor uns einer der berühmtesten indischen Basare der Welt auftuen, der durch seinen regen Handel, ständiges Feilschen und samtiges Geschmeide kaum zu übertreffen sei. Aber klar, man musste nur den touristischen Teil überwinden und dann..dann war man mitten in Indien. Räucherkerzen, eine Moschee mitten neben einem Markt, eine gigantische heruntergekommene Markthalle, viele große Augenpaare, die uns da anstarrten, die Obersten der Familie ganz gelassen und ehrfürchtig drein schauend und wohl mehrere tausend-km Stoffballen, Wahnsinn. Wenn man sich die Häuser dazu anschaute, in denen sie lebten, unglaublich. Die letzte Gebäudesanierung fand da mit Sicherheit nicht in den letzten 200 Jahren statt. Genau hier mussten wir unbedingt und endlich auch mal etwas..nein nichts indisches..aber thailändisches Essen gehen. Hachja, schon schön und vor allem leeeeecker. :) Auch wenn mir noch nicht so klar ist, wie man die Nudeln so derartig grün bekommt.





So allmählich stellte sich auch dieses gewisse Gefühl der Aufregung ein, Schweiß rann uns von der Stirn, das Herz flatterte, nicht weil wir uns hier gerade in einer öffentlichen Toilette von lockerer Straßenkleidung auf Abendgarderobe umdressten und definitv spätestens jetzt ganz und garnicht mehr in das Stadtbild fassten, oder wir auf der Suche nach Chinatown, welches hier irgendwo gleich um die Ecke sein sollte, uns wieder mal verirrten, nur diesmal in die besonders gruseligen Gassen, sondern weil wir eine Taxifahrt später wieder vor diesem riesigen Wolkenkratzer standen, auf dem man einen spektakulär-atemberaubenden und unvergesslichen Blick über Bangkok sich leisten kann. Das ist im Übrigen der richtige Ausdruck, denn die Getränke beginnen in der Bar mit Tee und der wiederum bei 8,50€, aber hey, das hatte mir Jana auch geschenkt. Also nicht kleckern, sondern klotzen. :D Nunja der Blick war schon ganz ok, der 14€ Cocktail auch nicht schlecht und das erhabene Gefühl alles im 63. Stock unter sich zu haben auch OK. Doch etwas wirklich besonderes, dazu braucht es schon uns. Denn was kommt denn besser, als den ganzen reichen Schnösel, die glauben, nur weil sie sich in ein schickes Kleid oder einen Anzug werfen können, etwas ganz Besonderes zu sein, mal zu zeigen, wie man auf sich aufmerksam macht. Zunächst einmal war der Blick zur Nightskyline vom Sofa aus durch eine störende Glasscheibe in 1m Entfernung zu sehr getrübt und die Fotos..nein so geht das nicht..man muss doch..ahja..da hinten über die Betonabsperrung, der Weg über die Kieselsteine bis hin zum Geländer, ja das ist doch mal ein vernünftiger Ausblick, hier kann man endlich diese beneidenswertumwerfende Kulisse auf SD festhalten, bevor man nach der 2. Ermahnung, sich dann brav wieder an die Spielregeln hält. Komisch auch, dass die meisten Leute nach dem Genuss ihrer Drinks wieder die Terrasse verließen, um fairerweise Platz für weitere Schaulustige zu machen, doch selbst das schien uns noch zu langweilig. Sowas kann man auch noch auf die Spitze treiben. Das schönste an dem folgenden waren eigentlich die Blicke der Gäste und vor allem des sonst überaus zuvorkommenden und höflichen Hotelpersonals, wie wir beide in aller Seelenruhe unsere Postkarten schrieben und uns von nichts, aber auch wirklich garnichts in unserer Ruhe stören ließen. Und da kann man mal sehen, dass in einer solch gehobenen Highsociety man einfach etwas lockerer sein muss und ganz ehrlich, soviele neidische Blicke auf einmal..das hat auch etwas. ;)



Wir müssen verrückt gewesen sein, immerhin war es schon so spät, wir mussten 5Uhr aus dem Bett, Janas neue HighHeels drückten auch derartig, dass ein Blutbad nicht weit entfernt sein konnte und ob sie Jana mit normalen Straßenschuhen und langer knittriger Hose in einen der angesagtesten Edel-Clubs lassen würden. Mit dem Dresscode hatten wir ja schon so unsere Problemchen bisher, aber diesmal ging alles knapp, auch wenn wir uns, weil wirklich niemand halb12 auf der Tanzfläche war, die Wartezeit mit sündhaft teuren aber wirklich köstlichen Cocktails versüßen mussten. Und da uns irgendwann die ganzen Blicke der Thailänder und ihrer Begleitung, das ständige Zunicken und Anzwinkern kalt ließ, und wir haben wirklich ständig kontrolliert, ob wir irgendwas im Gesicht hätten oder einen Fleck oder Loch in unseren Gewändern, aber nein, wir waren einfach nur zu toll für diesen Club. So toll, dass ich Jana das Pfötchen gab und sie auf die Tanzfläche entführte, denn mal im Ernst, wer will auf einer Party schon die ganze Zeit nur dasitzen und seinen Kopf im Rhythmus vertikal zu den Beats bewegen. Wie schon gesagt, ihre Blicke konnten uns nichts mehr anhaben, auch wenn sie nun garnicht mehr von uns ablassen konnten. Aber zumindest schienen wir doch einige müde Tanzbeine zur Bewegung zu animieren und so nach und nach begann die ganze Sache richtig Spaß zu machen. Ich weiß mit Klischees sollte man immer außerordentlich vorsichtig sein, aber das Bild als dann immer mehr hochbeinige, schlanke, sexy gedressten (so kurze Hotpans und Röcke gibt es in Europa einfach nicht..ich schwöre!!! :D) und für ihr Aussehen deutlich zu schüchterne ThaiMädls sich um die Tanzfläche versammelten, 3 Mädls hinter uns, bei denen man nicht mehr so richtig wusste, ob ihre Hauptbeschäftigung im Kichern oder Tanzen zu finden war, ihren Spaß hatten und 2 Thailänder zu den heißen Black-Beats in Ansätzen zeigen, wie man sich wirklich bewegt, konnte es keinen Zweifel geben, genauso hatte ich mir das immer vorgestellt. :D

Schon am frühen Morgen musste sich dann Jana die Decke wieder über den Kopf ziehen. Völlig unverständlich, wie der Martin wie ein Aufziehmännchen nach nur 3h Schlaf putzemunter durch das Apartment hüpfte. ;) Und dabei war das eigentlich garnicht nötig, denn nachdem der Ausdruck usnerer BoardingTickets im Hotel erst nicht so richtig funktionieren wollte, das Taxi auf einmal im Morgenstau festhing und wieso heißt dieser Bummelzug eigentlich FastLine, wir zum letzten Aufruf erst am Gepäckschalter mit bangem Blick auf die gleichnamige Waage erschienen, war vorallem Jana auf einem anstrengend schnell wach. :P
Mich beschlich dann schon fast ein Gefühl des Unbehagens, als der darauffolgende Flug über Helsinki nach Berlin und dem Bus nach Dresden so reibungslos ablief, aber gut, das war dann wohl wirklich das Ende unseres Abenteuers.


Was bleibt eigentlich noch zu sagen? Vielleicht, dass wir Vietnam jetzt schon vermissen., nein nicht wegen den ganzen immer lächelnden Menschen, der bunten Welt, der beeindruckenden Natur, der Vielfältigkeit..nein! Es ist einfach dieses Gefühl, ich weiß garnicht, wie man es beschreiben soll, wenn man auf einmal in Helsinki steht und die Leute mit unmissverständlich verständnislosen Blick einem sagen wollen, bei welchen unsäglich frostigen Temperaturen sie zu zittern beginnen..egal 12Grad sind für uns der neue absolute Tiefpunkt. Willkommen zurück! ;=D


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Regenzeit - na und?!

Wir fliegen gerade über Delhi, Nordindien und ich dachte mir, ich vervollständige mal unseren Blog. Es ist wirklich nicht einfach up-to-date zu bleiben, reisen kann ganz schön anstrengend sein. :P Mal schauen, ob wir in Helsinki (Zwischenstopp) free WIFI haben werden... Es ist unglaublich – Vietnam ist in vielerlei Hinsicht so weit zurück in der Entwicklung und dennoch gibt es überall freies WLan – da könnte sich Deutschland echt mal ne Schneibe von abschneiden. Sogar im Bus Richtung Mekong Delta hatten wir Internet. ;)
Martin hat ja mal wieder einen Roman geschrieben – den ich noch nicht einmal gelesen habe – da kann ich natürlich nicht mithalten. Gut oder schlecht? Das liegt an euch... :)
In Saigon stellten wir uns früh zeitig den Wecker – 6 Uhr, und das soll noch Urlaub sein?! Ja, freiwillig, denn unser Bus sollte 8:45 fahren und wir wollten noch ein bisschen morgendliches Großstadtflair schnuppern. Wir spazierten eine Stunde durch die Straßen. Im Park waren die Vietnamesen gerade fleißig beim Morgensport – ob Badminton, interessante Dehnungsübungen, Gruppen-Morgengymnastik oder Paartanz, Hauptsache Bewegung. Die Straßen waren belebt wie eh und je und das Hupen der Hunderte von Motorrädern erklang, wohin man auch ging. Unser Weg führte uns zum Ben Thanh Market, ein berühmtes Marktgebäude in Saigon, wo es neben Essen auch Kleidung, Taschen, Schuhe, Tee, Kaffee, Gewürze und viele Souvenirs zu ersteigern gibt. Jedoch fanden noch die Aufbauarbeiten statt – merkwürdig, denn es war schon 7:30. Nun ja, wir spazierten trotzdem hindurch. Dagegen wurde am Rande der Straße schon allerlei Obst und Gemüse, Fisch und vieles mehr verkauft.


Tanz und Sport im Park
 



Aufbau des Ben Thanh Markt

 
 
Zurück im Hostel gab es Instant-Nudelsuppe zum Frühstück und mit Sack und Pack stolperten wir dann zum 500m entfernten Reisebüro, wo uns die Busgesellschaft abholen sollte. Wir wurden zunächst in einem Auto zu einer anderen Bustation gebracht, von der aus ein weiterer Kleinbus (nur Vietnamesen drin) uns zum eigentlichen, ca. 10km vom Zentrum entfernten Busbahnhof brachte. Wir ergatterten Plätze mit Beinfreiheit ganz hinten im Bus und schon ging's in 4h Richtung Can Tho, eine Stadt mit 1 Mio Einwohner mitten im Mekong Delta – das Epizentrum des Handels der Region. Wir wurden mit Dauerregen begrüßt. Da unser Hotel ca. 3km außerhalb des Stadtzentrums lag und – mal abgesehen vom Regen und den nicht vorhandenen Regencapes und verlorenen Regenschirm – die versprochenen Fahrräder for free alle in Gebrauch waren, entschieden wir uns für einen Nachmittag im Hotel. Es gab zunächst Mittagessen in einem lokalen Restaurant gegenüber mit viel zu scharf Pfeffer-gewürztem Reis für den Martin :( und dann wurde relaxt, Postkarten geschrieben und Siedler gespielt. Ja, das haben wir sogar mit und nun auch nicht mehr umsonst. ;) Martin hatte mich haushoch geschlagen – das schreit nach Revanche, allerdings erst wieder zu Hause. Am nächsten Tag wollten wir dann noch zeitiger aus dem Bett hüpfen.
 
 
Um 4:45 klingelte der Wecker. Ja, ihr habt richtig gehört. Wir haben uns endlich den Vietnamesen angepasst. ;) Um 5:30 wartete dann ein Ruderboot am Fluss auf uns. Ab hinein (nur wir zwei), Regendach hochgeklappt – es fing nämlich schon wieder an – und los ging's flussaufwärts Richtung der Floating Markets (Schwimmende Märkte). Für diese ist das Mekong Delta nämlich bekannt und der meiste Betrieb ist natürlich früh morgens. Und am besten stürzt man sich mit eigenem Boot mitten ins Getümmel. Allerdings nicht allein, eine fleißige Ruderin (keine Angst, wir hatten auch einen kleinen Motor dran) und eine vietnamesische Reiseführerin namens Ha waren auch an Board.
Den ersten Markt, den wir erreichten, hieß Cai Rang. Es ist der größere der beiden entlang des Flusses, der noch von großen und meist motorisierten Booten beherrscht wird. Bei dem Anblick mancher Boote wurden wir schon skeptisch, wie die sich überhaupt noch über Wasser halten können... Wir fuhren geradewegs hindurch, wir wussten gar nicht, wohin wir als ersten schauen sollten. Verkauft wird eigentlich genau das selbe wie auf jedem vietnamesischen Markt, nur auf dem Wasser eben. Hier kaufte Ha uns auch Frühstück: Cari-Suppe (Suppe mit frischer Kokosmilch, Hähnchenkeulen und Süßkartoffeln), Baguette, süße Reiskuchen (irgendein Bành, ich merk mir die Namen nicht...) und Ananas. Mmmmh! Sehr lecker!





 
Auf dem Weg zum zweiten Markt hielten wir in einer kleinen Reisfabrik (von gerade mal 8 Leuten betrieben) an, wo uns Ha die einzelnen Schritte der Reisbearbeitung erklärte sowie die Entstehung von Reisnudeln und Reispapier.

 
Phong Dien Market ist sehr viel kleiner, dafür besteht er allerdings aus fast ausschließlich Ruderbooten und ist dadurch noch viel bunter. Wir fuhren ebenfalls wieder direkt hinein und waren plötzlich von unzähligen Booten eingekesselt. Jeder versucht sich hier durchzukämpfen, Boote wegzuschieben und zueinander zu gelangen. Unsere Kameras klickten wie wild (also meine Spiegelreflex klickt, nicht die Digi von Martin... ihr wisst schon). Seht selbst:




 
Wir nahmen natürlich nicht den gleichen Weg zurück, sondern tuckerten entlang eines kleinen Kanals vorbei an Holzhüttchen auf Stelzen, Fischerbooten und vielen Palmen – darunter Wasserkokos, aus deren Blättern unsere Begleiterinnen die schönsten Dinge bastelten: Ring, Armband und Ohrringe, Blumen, einen Grashüpfer und einen Vogel. :)


Die Häuser entlang des Mekongs und seiner Flussarme sehen teilweise wirklich krass aus. Viele aus Holz und Wellblechdach, manche sogar nur aus Wellblech. Die Vietnamesen leben hier noch sehr einfach, waschen ihre Kleidung und spülen ihr Geschirr im Fluss und besorgen sich alles, was sie brauchen auf dem Markt. Und scheinen dennoch sehr zufrieden zu sein. An einigen Stellen war der kleine Fluss von Seerosen oder so etwas ähnlichem überwuchert. Ein paar mal bleiben wir dadurch stecken, aber nicht nur wir – auch ein paar andere vereinzelte Ruderboote mit Touristen, die den gleichen Weg gewählt hatten. Unsere Begleiterinnen hatten ihren Spaß dabei. ;)



 
In einem Restaurant wurden wir auf dem Weg abgeladen und bestellten uns etwas zu trinken – welches im Preis eigentlich enthalten sein sollte, war es aber nicht – und kleines zu Essen, denn das Frühstück war zwar lecker, aber nicht allzu reichhaltig gewesen. Am Nebentisch trank ein anderer Ruderer fröhlich Schnaps oder Reiswein (keine Ahnung) mit einem anderen Touri, hörte gar nicht mehr auf und begann dann auch noch Karaoke zu singen. Na, ob die wieder heil nach Hause gekommen sind... :) Auf der Rückfahrt begann es wieder zu regnen und hielt dann leider auch weiterhin an.


Deshalb entschieden wir, unsere eigentlich geplante Motorradtour vom Nachmittag auf den nächsten Vormittag zu verschieben. Es wurde wieder gefaulenzt und geschlafen (ich sogar 2 Stunden) und erst am Abend schwangen wir uns aufs Gefährt – Jana im Rock wieder seitlich :) - und düsten ins Stadtzentrum. Can Tho selbst ist kaum touristisch, außer der schwimmenden Märkte gibt es auch keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir mischten uns unters Volk und aßen an verschiedenen Straßenimbissen Abendbrot und schlenderten über den Markt. Dort ersteigerten wir auch Martins Geburtstagsgeschenk – zwei echt coole Happy Buddhas. :) Ich probierte dann noch ein Ao Dai (ihr erinnert euch, die weibliche Festkleidung hier) an, was sogar recht gut aussah, aber doch nicht hundertprozentig passte. Entschied mich dann dagegen. Die Verkäuferin war wirklich hartnäckig und ging von ursprünglichen 700000 auf 500000 Dong am Ende runter. Das gleiche Modell haben wir übrigens auch in Saigon später gesehen für nur die Hälfte des Preises – na so was...
Am nächsten Tag sollte unser Bus um 13 Uhr fahren. Gegen 8:30 ging's ab mit dem Motorrad ins Hinterland, zunächst entlang einer stark befahrenen Hauptstraße mit einigen an LKWs und Bussen, was gar nicht so ohne war. Dann zu einem Tempel und schließlich durch kleine Dörfer auf 1 m breiten Wegen. Dort verirren sich sonst nie Touristen hin und wir wurden natürlich wieder mit großen Augen angestarrt und viele Leute winkten uns zu. Das war ein Spaß. Wir durften dann sogar noch das im Motorrad verstaute Regencape ausprobieren, denn natürlich blieb der Regen nicht aus. Es schien so, als ob Vietnam uns aus dem Land hinausspülen wollte... Auf der Rückfahrt fanden wir dann nicht die richtige Straße und verloren wertvolle Zeit. Als wir dann 12:15 am Hotel ankamen, wurde uns mitgeteilt, dass der Minibus, der uns zum Busbahnhof (nur 2 Minuten entfernt) bringen sollte schon weg wäre. Okay, dann eben ein Taxi. Wir checkten aus und 12:45 waren wir an der Haltestelle. Dort wurde uns dann netterweise mitgeteilt, dass der Bus an einem anderen Bahnhof abfahren sollte. Was unser Hotel anscheinend nicht wusste... super! Also ins nächste Taxi und weiter gings. Letztlich kam auch noch heraus, dass der Bus bereits 12:45 abfuhr – ebenfalls vom Hotel uns falsch mitgeteilt. Der war also weg, jedoch konnten wir zum Glück gleich den nächsten 13:15 noch nehmen. Aber das Hotel hatte in der Hinsicht einen ganz schön schlechten Eindruck hinterlassen – was sich übrigens noch in einer Bewertung zeigen muss – und wir waren etwas angepisst...


der Mekong - oder einer seiner großen Flussarme, ca. 1 km breit
 
 

 
Zurück in Saigon: wir hatten diesmal ein neues Hotel gewählt, etwas teurer und schicker, aber dafür gleich nahe der meisten Sehenswürdigkeiten. Und mit leckerem Frühstück – wichtig (v.a. Für Martin) für einen guten Start in der Tag. Saigon (oder auch Ho Chi Minh City – HCMC, hatte ich das schon mal erwähnt) hat nicht so sehr viel zu bieten, wodurch wir uns innerhalb eines einzigen Tages doch ein gutes Bild machen konnten. Zunächst ging's zum Ben Thanh Market, diesmal vollständig geöffnet zum Shopping – pssst! Martin hatte wieder Spaß beim Handeln. ;) Das Kriegsreste-Museum war mittags leider geschlossen, weshalb wir weiter zur Kathedrale liefen – eine große rote Backstein-Kirche inmitten der Stadt, zur Post, entlang des Boulevards vorbei an schicken Hotels und Boutiquen zur Oper und zurück ins Zentrum zum Mittagessen.








die Post in Saigon

 
Kokosnüsse mit Kokosmilch und Strohhalm - mmmh!
 
Als Backpacker ist man ja immer der Gefahr ausgesetzt, dass man irgendwo etwas liegen lässt – so oft, wie man ein- und auspackt. Dazu gehörten bei uns bereits: Regenschirm, Kopfhörer und Sonnencreme. Und jetzt auch noch Martin's MP3-Player, den er im Bus liegen gelassen hatte am Vortag. Da uns das Reisebüro mitteilte, dass wir zur Busstation in einem anderen Viertel fahren müssten, um dort nachzufragen, ob dieser gefunden wurde, hatte Martin nach dem Essen noch die wahnwitzige Idee, ein Motorrad zu mieten und selbst auf die Suche zu gehen. Wisst ihr noch, wie ich gesagt habe, dass das auf keinen Fall in Frage kommt... Ich habe nachgegeben – schließlich wäre ein Taxi viel zu teuer gewesen – und wir brausten schließlich doch noch 2 Stunden mit dem Motorrad durch Saigon. Zum Glück hatten wir mittlerweile sehr viel Fahrpraxis und Martin ist wirklich super gefahren. Es war trotzdem spannend und ein Spaß zugleich. Nur leider war unser eigentliches Anliegen ergebnislos, der MP3-Player war natürlich nicht auffindbar. War eigentlich klar, aber einen Versuch war's Wert. Dafür fuhren wir mit dem Motorrad noch auf die andere Seite des Flusses mit herrlichem Blick auf die wenigen Wolkenkratzer der Stadt. Und über den riesigen Kreisverkehr am Ben Thanh Market – Videos folgen bei unserer geplanten Diashow. ;)

 
Mit dem Taxi wurden wir dann gegen 18 Uhr zum Flughafen gebracht. Und dann hieß es bye bye Vietnam und hallo Bangkok. Zwei Tage in der 21 Mio Metropole folgten, der erste davon Martin's Geburtstag. :) Aber dazu berichtet euch das Geburtstagskind lieber selbst.

PS: Wir sind jetzt übrigens über Termez kurz hinter Kabul. Haben ungefähr die Hälfte der Strecke Bangkok – Helsinki hinter uns. :)

PSS: Und leider hat die Zeit in Helsinki nicht gereicht zum updaten und auf dem Berliner Flughafen hatte das WLan natürlich nicht funktioniert - Deutschland eben. Daher erst jetzt das Update.