Martin hat ja mal wieder einen Roman
geschrieben – den ich noch nicht einmal gelesen habe – da kann
ich natürlich nicht mithalten. Gut oder schlecht? Das liegt an
euch... :)
In Saigon stellten wir uns früh zeitig
den Wecker – 6 Uhr, und das soll noch Urlaub sein?! Ja, freiwillig,
denn unser Bus sollte 8:45 fahren und wir wollten noch ein bisschen
morgendliches Großstadtflair schnuppern. Wir spazierten eine Stunde
durch die Straßen. Im Park waren die Vietnamesen gerade fleißig
beim Morgensport – ob Badminton, interessante Dehnungsübungen,
Gruppen-Morgengymnastik oder Paartanz, Hauptsache Bewegung. Die
Straßen waren belebt wie eh und je und das Hupen der Hunderte von
Motorrädern erklang, wohin man auch ging. Unser Weg führte uns zum
Ben Thanh Market, ein berühmtes Marktgebäude in Saigon, wo es neben
Essen auch Kleidung, Taschen, Schuhe, Tee, Kaffee, Gewürze und viele
Souvenirs zu ersteigern gibt. Jedoch fanden noch die Aufbauarbeiten
statt – merkwürdig, denn es war schon 7:30. Nun ja, wir spazierten
trotzdem hindurch. Dagegen wurde am Rande der Straße schon allerlei
Obst und Gemüse, Fisch und vieles mehr verkauft.
Zurück im Hostel gab es
Instant-Nudelsuppe zum Frühstück und mit Sack und Pack stolperten
wir dann zum 500m entfernten Reisebüro, wo uns die Busgesellschaft
abholen sollte. Wir wurden zunächst in einem Auto zu einer anderen
Bustation gebracht, von der aus ein weiterer Kleinbus (nur
Vietnamesen drin) uns zum eigentlichen, ca. 10km vom Zentrum
entfernten Busbahnhof brachte. Wir ergatterten Plätze mit
Beinfreiheit ganz hinten im Bus und schon ging's in 4h Richtung Can
Tho, eine Stadt mit 1 Mio Einwohner mitten im Mekong Delta – das
Epizentrum des Handels der Region. Wir wurden mit Dauerregen begrüßt.
Da unser Hotel ca. 3km außerhalb des Stadtzentrums lag und – mal
abgesehen vom Regen und den nicht vorhandenen Regencapes und
verlorenen Regenschirm – die versprochenen Fahrräder for free alle
in Gebrauch waren, entschieden wir uns für einen Nachmittag im
Hotel. Es gab zunächst Mittagessen in einem lokalen Restaurant
gegenüber mit viel zu scharf Pfeffer-gewürztem Reis für den Martin
:( und dann wurde relaxt, Postkarten geschrieben und Siedler
gespielt. Ja, das haben wir sogar mit und nun auch nicht mehr
umsonst. ;) Martin hatte mich haushoch geschlagen – das schreit
nach Revanche, allerdings erst wieder zu Hause. Am nächsten Tag
wollten wir dann noch zeitiger aus dem Bett hüpfen.
Um 4:45 klingelte der Wecker. Ja, ihr
habt richtig gehört. Wir haben uns endlich den Vietnamesen
angepasst. ;) Um 5:30 wartete dann ein Ruderboot am Fluss auf uns. Ab
hinein (nur wir zwei), Regendach hochgeklappt – es fing nämlich
schon wieder an – und los ging's flussaufwärts Richtung der
Floating Markets (Schwimmende Märkte). Für diese ist das Mekong
Delta nämlich bekannt und der meiste Betrieb ist natürlich früh
morgens. Und am besten stürzt man sich mit eigenem Boot mitten ins
Getümmel. Allerdings nicht allein, eine fleißige Ruderin (keine
Angst, wir hatten auch einen kleinen Motor dran) und eine
vietnamesische Reiseführerin namens Ha waren auch an Board.
Den ersten Markt, den wir erreichten,
hieß Cai Rang. Es
ist der größere der beiden entlang des Flusses, der noch von großen
und meist motorisierten Booten beherrscht wird. Bei dem Anblick
mancher Boote wurden wir schon skeptisch, wie die sich überhaupt
noch über Wasser halten können... Wir fuhren geradewegs hindurch,
wir wussten gar nicht, wohin wir als ersten schauen sollten. Verkauft
wird eigentlich genau das selbe wie auf jedem vietnamesischen Markt,
nur auf dem Wasser eben. Hier kaufte Ha uns auch Frühstück:
Cari-Suppe (Suppe mit frischer Kokosmilch, Hähnchenkeulen und
Süßkartoffeln), Baguette, süße Reiskuchen (irgendein Bành, ich
merk mir die Namen nicht...) und Ananas. Mmmmh! Sehr lecker!
Auf dem Weg zum
zweiten Markt hielten wir in einer kleinen Reisfabrik (von gerade mal
8 Leuten betrieben) an, wo uns Ha die einzelnen Schritte der
Reisbearbeitung erklärte sowie die Entstehung von Reisnudeln und
Reispapier.
Phong Dien Market ist sehr viel kleiner, dafür besteht er
allerdings aus fast ausschließlich Ruderbooten und ist dadurch noch
viel bunter. Wir fuhren ebenfalls wieder direkt hinein und waren
plötzlich von unzähligen Booten eingekesselt. Jeder versucht sich
hier durchzukämpfen, Boote wegzuschieben und zueinander zu gelangen.
Unsere Kameras klickten wie wild (also meine Spiegelreflex klickt,
nicht die Digi von Martin... ihr wisst schon). Seht selbst:
Wir nahmen natürlich nicht den
gleichen Weg zurück, sondern tuckerten entlang eines kleinen Kanals
vorbei an Holzhüttchen auf Stelzen, Fischerbooten und vielen Palmen
– darunter Wasserkokos, aus deren Blättern unsere Begleiterinnen
die schönsten Dinge bastelten: Ring, Armband und Ohrringe, Blumen,
einen Grashüpfer und einen Vogel. :)
Die Häuser entlang des Mekongs und seiner Flussarme sehen teilweise wirklich krass aus. Viele aus Holz und Wellblechdach, manche sogar nur aus Wellblech. Die Vietnamesen leben hier noch sehr einfach, waschen ihre Kleidung und spülen ihr Geschirr im Fluss und besorgen sich alles, was sie brauchen auf dem Markt. Und scheinen dennoch sehr zufrieden zu sein. An einigen Stellen war der kleine Fluss von Seerosen oder so etwas ähnlichem überwuchert. Ein paar mal bleiben wir dadurch stecken, aber nicht nur wir – auch ein paar andere vereinzelte Ruderboote mit Touristen, die den gleichen Weg gewählt hatten. Unsere Begleiterinnen hatten ihren Spaß dabei. ;)
Die Häuser entlang des Mekongs und seiner Flussarme sehen teilweise wirklich krass aus. Viele aus Holz und Wellblechdach, manche sogar nur aus Wellblech. Die Vietnamesen leben hier noch sehr einfach, waschen ihre Kleidung und spülen ihr Geschirr im Fluss und besorgen sich alles, was sie brauchen auf dem Markt. Und scheinen dennoch sehr zufrieden zu sein. An einigen Stellen war der kleine Fluss von Seerosen oder so etwas ähnlichem überwuchert. Ein paar mal bleiben wir dadurch stecken, aber nicht nur wir – auch ein paar andere vereinzelte Ruderboote mit Touristen, die den gleichen Weg gewählt hatten. Unsere Begleiterinnen hatten ihren Spaß dabei. ;)
In einem Restaurant wurden wir auf dem
Weg abgeladen und bestellten uns etwas zu trinken – welches im
Preis eigentlich enthalten sein sollte, war es aber nicht – und
kleines zu Essen, denn das Frühstück war zwar lecker, aber nicht
allzu reichhaltig gewesen. Am Nebentisch trank ein anderer Ruderer
fröhlich Schnaps oder Reiswein (keine Ahnung) mit einem anderen
Touri, hörte gar nicht mehr auf und begann dann auch noch Karaoke zu
singen. Na, ob die wieder heil nach Hause gekommen sind... :) Auf der
Rückfahrt begann es wieder zu regnen und hielt dann leider auch
weiterhin an.
Deshalb entschieden wir, unsere eigentlich geplante Motorradtour vom Nachmittag auf den nächsten Vormittag zu verschieben. Es wurde wieder gefaulenzt und geschlafen (ich sogar 2 Stunden) und erst am Abend schwangen wir uns aufs Gefährt – Jana im Rock wieder seitlich :) - und düsten ins Stadtzentrum. Can Tho selbst ist kaum touristisch, außer der schwimmenden Märkte gibt es auch keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir mischten uns unters Volk und aßen an verschiedenen Straßenimbissen Abendbrot und schlenderten über den Markt. Dort ersteigerten wir auch Martins Geburtstagsgeschenk – zwei echt coole Happy Buddhas. :) Ich probierte dann noch ein Ao Dai (ihr erinnert euch, die weibliche Festkleidung hier) an, was sogar recht gut aussah, aber doch nicht hundertprozentig passte. Entschied mich dann dagegen. Die Verkäuferin war wirklich hartnäckig und ging von ursprünglichen 700000 auf 500000 Dong am Ende runter. Das gleiche Modell haben wir übrigens auch in Saigon später gesehen für nur die Hälfte des Preises – na so was...
Deshalb entschieden wir, unsere eigentlich geplante Motorradtour vom Nachmittag auf den nächsten Vormittag zu verschieben. Es wurde wieder gefaulenzt und geschlafen (ich sogar 2 Stunden) und erst am Abend schwangen wir uns aufs Gefährt – Jana im Rock wieder seitlich :) - und düsten ins Stadtzentrum. Can Tho selbst ist kaum touristisch, außer der schwimmenden Märkte gibt es auch keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir mischten uns unters Volk und aßen an verschiedenen Straßenimbissen Abendbrot und schlenderten über den Markt. Dort ersteigerten wir auch Martins Geburtstagsgeschenk – zwei echt coole Happy Buddhas. :) Ich probierte dann noch ein Ao Dai (ihr erinnert euch, die weibliche Festkleidung hier) an, was sogar recht gut aussah, aber doch nicht hundertprozentig passte. Entschied mich dann dagegen. Die Verkäuferin war wirklich hartnäckig und ging von ursprünglichen 700000 auf 500000 Dong am Ende runter. Das gleiche Modell haben wir übrigens auch in Saigon später gesehen für nur die Hälfte des Preises – na so was...
Am nächsten Tag sollte unser Bus um 13
Uhr fahren. Gegen 8:30 ging's ab mit dem Motorrad ins Hinterland,
zunächst entlang einer stark befahrenen Hauptstraße mit einigen an
LKWs und Bussen, was gar nicht so ohne war. Dann zu einem Tempel und
schließlich durch kleine Dörfer auf 1 m breiten Wegen. Dort
verirren sich sonst nie Touristen hin und wir wurden natürlich
wieder mit großen Augen angestarrt und viele Leute winkten uns zu.
Das war ein Spaß. Wir durften dann sogar noch das im Motorrad
verstaute Regencape ausprobieren, denn natürlich blieb der Regen
nicht aus. Es schien so, als ob Vietnam uns aus dem Land hinausspülen
wollte... Auf der Rückfahrt fanden wir dann nicht die richtige
Straße und verloren wertvolle Zeit. Als wir dann 12:15 am Hotel
ankamen, wurde uns mitgeteilt, dass der Minibus, der uns zum
Busbahnhof (nur 2 Minuten entfernt) bringen sollte schon weg wäre.
Okay, dann eben ein Taxi. Wir checkten aus und 12:45 waren wir an der
Haltestelle. Dort wurde uns dann netterweise mitgeteilt, dass der Bus
an einem anderen Bahnhof abfahren sollte. Was unser Hotel anscheinend
nicht wusste... super! Also ins nächste Taxi und weiter gings.
Letztlich kam auch noch heraus, dass der Bus bereits 12:45 abfuhr –
ebenfalls vom Hotel uns falsch mitgeteilt. Der war also weg, jedoch
konnten wir zum Glück gleich den nächsten 13:15 noch nehmen. Aber
das Hotel hatte in der Hinsicht einen ganz schön schlechten Eindruck
hinterlassen – was sich übrigens noch in einer Bewertung zeigen
muss – und wir waren etwas angepisst...
der Mekong - oder einer seiner großen Flussarme, ca. 1 km breit
Zurück in Saigon: wir hatten diesmal
ein neues Hotel gewählt, etwas teurer und schicker, aber dafür
gleich nahe der meisten Sehenswürdigkeiten. Und mit leckerem
Frühstück – wichtig (v.a. Für Martin) für einen guten Start in
der Tag. Saigon (oder auch Ho Chi Minh City – HCMC, hatte ich das
schon mal erwähnt) hat nicht so sehr viel zu bieten, wodurch wir uns
innerhalb eines einzigen Tages doch ein gutes Bild machen konnten.
Zunächst ging's zum Ben Thanh Market, diesmal vollständig geöffnet
zum Shopping – pssst! Martin hatte wieder Spaß beim Handeln. ;)
Das Kriegsreste-Museum war mittags leider geschlossen, weshalb wir
weiter zur Kathedrale liefen – eine große rote Backstein-Kirche
inmitten der Stadt, zur Post, entlang des Boulevards vorbei an
schicken Hotels und Boutiquen zur Oper und zurück ins Zentrum zum
Mittagessen.
Als Backpacker ist man ja immer der
Gefahr ausgesetzt, dass man irgendwo etwas liegen lässt – so oft,
wie man ein- und auspackt. Dazu gehörten bei uns bereits:
Regenschirm, Kopfhörer und Sonnencreme. Und jetzt auch noch Martin's
MP3-Player, den er im Bus liegen gelassen hatte am Vortag. Da uns das
Reisebüro mitteilte, dass wir zur Busstation in einem anderen
Viertel fahren müssten, um dort nachzufragen, ob dieser gefunden
wurde, hatte Martin nach dem Essen noch die wahnwitzige Idee, ein
Motorrad zu mieten und selbst auf die Suche zu gehen. Wisst ihr noch,
wie ich gesagt habe, dass das auf keinen Fall in Frage kommt... Ich
habe nachgegeben – schließlich wäre ein Taxi viel zu teuer
gewesen – und wir brausten schließlich doch noch 2 Stunden mit dem
Motorrad durch Saigon. Zum Glück hatten wir mittlerweile sehr viel
Fahrpraxis und Martin ist wirklich super gefahren. Es war trotzdem
spannend und ein Spaß zugleich. Nur leider war unser eigentliches
Anliegen ergebnislos, der MP3-Player war natürlich nicht auffindbar.
War eigentlich klar, aber einen Versuch war's Wert. Dafür fuhren wir
mit dem Motorrad noch auf die andere Seite des Flusses mit herrlichem
Blick auf die wenigen Wolkenkratzer der Stadt. Und über den riesigen
Kreisverkehr am Ben Thanh Market – Videos folgen bei unserer
geplanten Diashow. ;)
Mit dem Taxi wurden wir dann gegen 18
Uhr zum Flughafen gebracht. Und dann hieß es bye bye Vietnam und
hallo Bangkok. Zwei Tage in der 21 Mio Metropole folgten, der erste
davon Martin's Geburtstag. :) Aber dazu berichtet euch das
Geburtstagskind lieber selbst.
PS: Wir sind jetzt übrigens über
Termez kurz hinter Kabul. Haben ungefähr die Hälfte der Strecke
Bangkok – Helsinki hinter uns. :)
PSS: Und leider hat die Zeit in Helsinki nicht gereicht zum updaten und auf dem Berliner Flughafen hatte das WLan natürlich nicht funktioniert - Deutschland eben. Daher erst jetzt das Update.
PSS: Und leider hat die Zeit in Helsinki nicht gereicht zum updaten und auf dem Berliner Flughafen hatte das WLan natürlich nicht funktioniert - Deutschland eben. Daher erst jetzt das Update.
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