Donnerstag, 2. August 2012

Kulturschock!

Ja ja, ob ihr's nun glaubt oder nicht, auch ich kann noch geschockt werden... Ich wusste ja eigentlich, auf was ich mich hier einlasse... aber Saigon ist schon die Crème de la Crème von Vietnam und das "Leben auf der Straße" ist wirklich eine Herausforderung. :)
Mein Tag begann nach ca. 11 Stunden Schlaf - die ich nach dem Hinflug dringend nötig hatte - gegen 9:30 mit freiem Frühstück vom Hostel - Nudelsuppe - mmmhhh. Ich habe Marie verabschiedet, dann einmal tief Luft geholt und meinen Fuß auf die Straßen von Saigon gesetzt. Und damit begann die Aufregung!
Ich hatte mir fest vorgenommen, die Stadt nur auf eigenen Füßen zu erkunden - eine große Herausforderung, wie ich festgestellen musste. Denn wie schon oft gehört, ist das Überqueren einer Straße für uns Nicht-Vietnamesen immer ein Ereignis, welches das Herz schneller schlagen lässt. Und zwischen den geplanten Attraktionen von Saigon und mir lagen doch so einige Straßen. Daher war es auch kein Wunder, dass ich für nur wenige hundert Meter fast 2 Stunden brauchte. Zunächst wartete ich immer auf eine kleine Lücke im Verkehr... vergebens. Außerdem wird man dann nur all zu oft von Motoradtaxifahrern mehrere Minuten bearbeitet, ob man denn nicht die Stadt auf ihren Gefährt erkunden möchte. Und die scheinen nicht zu vertstehen, dass zu Fuß gehen das eigentliche Abenteurer ist. ;) Naja, dann lief ich die Straße entlang in der Hoffnung, der Verkehr ist irgendwo weniger stark - vergebens. Dann versuchte ich mich an Vietnamesen zu hängen, die gerade die Straßen überqueren - hat zum Teil geklappt, manchmal schien mir deren Verhalten aber doch zu riskant. Nach den besagten 2 Stunden war ich dann jedoch nicht am Ziel angekommen, sondern war - wie ich später feststellen musste - irgendwie nur im Kreis gelaufen... Und ich dachte immer, ich habe einen guten Orientierungssinn. ;) Die Karte konnte mir darauf auch keine Antwort geben - frag mich immer noch, wo zum Teufel ich denn entlang gelaufen bin... Habe dafür aber beim Überqueren der Straßen dazu gelernt und nur ca. 20 Minuten für den Weg zurück gebraucht. Ohne Karte, den Weg hatte ich mir nämlich gemerkt. :) Es heißt also ab jetzt: Augen auf, auf die Straße treten und langsam, ohne anzuhalten, über die Straße gehen, immer in der Hoffnung, es heil zu überstehen. Jedoch meide ich immer noch solche Anstürme von Motorädern:


Nun gut, ich entschied mich dann also dafür, mir die Sehenswürdigkeiten für meinen nächsten Besuch mit Martin in Saigon aufzuheben - vielleicht ist er ja mutiger als ich :) - und habe mich mit dem Park und den angrenzenden Straßen und Gassen um mein Hostel herum begnügt. Was für den Anfang auch durchaus reicht, denn da gibt's schon genug zu entdecken. Hier ein paar Eindrücke von heute:


"Skyline" vom Park aus


Angler im Park - es gab außerdem noch Jogger, Volleyball-, Fußball- und Badmintonspieler und abends haben sogar ca. 20 Vietnamesen zusammen Gymnastik gemacht. :)


besagte Ampeln mit Sekundenanzeige


für alle, die meine Liebe zu Frangipani-Bäumen kennen: habe den ersten gefunden :D


typische Straße in Saigon


Gasse, wo auch mein Hostel versteckt liegt

Übrigens sind noch nicht all zu viele Bilder entstanden - zum einen, da ich mit mir und meinem Überleben beschäftigt war - zum anderen, da ich nicht allzu offen mit der Kamera alleine herumlaufen wollte, vor allem in den weniger touristischen Gassen, in denen ich mich zwischenzeitlich wiedergefunden hatte. Phuong hatte mich vorgewarnt (und einige Leute hier), dass das wohl nicht allzu sicher wäre...
Am Nachmittag gab es dann meinen ersten Monsunregen, der mich in wenigen Sekunden durchnässte, die ich noch zu einem geeigneten Unterstand brauchte. Ich habe nämlich bisher keinerlei Regenschutz für mich - ich weiß, äußert unpassend in Vietnam in der Regenzeit. Dafür sind aber meine Rucksäcke und meine Kameratasche mit Regencapes ausgestattet. :) Hatte mich im Hostel ein wenig ausgeruht und Sachen getrocknet und bin danach wieder losgepirscht.

Weitere Erlebnisse von heute:
Im Park hatte ich eine vietnamesische Studentin kennengelernt. Sie setzte sich neben mich auf die Bank und wir kamen ins Gespräch. Sie wollte gerne Englisch reden üben und erzählte mir, dass sie öfter nach Touristen im Park dafür schaut - ihre Freunde übrigens auch. :) Ihr Englisch-Vokabular war zwar wirklich eingegrenzt und ihr Akzent extrem (hoffentlich ist das im Krankenhaus besser), aber wir hatten trotzdem Spaß. Hier ein Bild von Lệ und mir:


Und dann war ich noch mit Tomono - einer japanischen Mitbewohnerin von mir - in einem typischen vietnamesischen Schnellrestaurant. Mit nur vietnamesischen Essen, vietnamesischen Gästen und vietnamesisch-sprechenden Personal. War sehr lecker, billig (vielleicht so 1,30€) und ein Erlebnis. :)


Morgen geht's dann um 12 Uhr zum Flughafen und ab nach Danang. Da muss ich dann mal schauen, wann ich das nächste mal wieder Internet habe.

Bye bye,
eure Jana

4 Kommentare:

  1. Heute bin ich die Erste mit `nem Kommentar - ätsch Marcus! Und Martin schafft es ja eh bald nicht mehr, Deine langen Texte zu lesen nach jedem schweren Arbeitstag ;) Aber ich habe herzlich gelacht beim Lesen und mir das so richtig life vorgestellt. Oje, was habe ich nur für eine mutige Tochter - von mir kannst Du das jedenfalls nicht haben, ich hätte mich auch hoffnungsls verlaufen! Bleib ja heile, und wenn Du über die Straße fliegst. Martin kann ja bis zu seinem Besuch noch autogenes Training in Sachen Straßen überqueren machen :) Übrigens - ich will Dir ja nicht die Hoffnung nehmen, aber das Englisch im KH wird evtl. vom Akzent her nicht viel besser sein als Deine heutige Erfahrung :( Dagegen ist doch Englisch reden mit Mama to9ll - oder???? Schick bald Deine neue Handy-Nr., denn wenn wir ab Samstag in den Bergen sind, geht`s nur noch über SMS für `ne Woche (oder über Dieters Handy Blog lesen....)! Übrigens, ein Turner von uns, Marcel Nyugen (Halbvietnamese) hat den sensationellen 2. Platz im Mehrkampf belegt (kleine Olympia-Info, da Du das ja alles verpasst):) Pass auf Dich auf und schick `ne SMS, wenn Du gut angekommen bist am nächsten Ort (falls blocken nicht geht!) Jetzt träum aber süß von vollen Straßen und hunderten Hondas, die Dich nicht durchlassen!!! Knuddel, M&P

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  2. Hallochen nochmal, wir haben die ersten Bilder gesehen, ein schöner Eindruck von Deinem Tag in Saigon! Wir verabschieden uns jetzt in den Hüttenurlaub, morgen früh 4.30 Uhr geht es los! Das Wetter soll nach Regen morgen dann schön werden - wenn Engel reisen. Drück uns die Daumen, dass wir keine Gewitter erleben müssen! Außer den Leichtathletik-Wettbewerben werden wir vor allem Deine Berichte vermissen :( Pass auf Dich auf und wir wünschen Dir einen tollen Start im Krankenhaus. Wir denken an Dich und versuchen es dann mal mit SMS (Deine evtl. neue Tel.-Nr. gibst Du dann mal durch) Tausend Kussis von uns allen, MPM

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  3. Ähem, ähem, die Henni ist ja auch noch da! Ich kann bestätigen, dass deine Ellis gestern pünktlichst zeitgleich mit Uwe und meinem Papa die Ahornstraße verlassen haben - nur mit dem Unterschied, dass letztere beide zur Arbeit fuhren...
    Noch mehr Olympia-News? Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf hat gestern nach einem peinlichen Sehfehler der Jury doch noch die Silbermedaille bekommen, die deutschen Schwimmer gingen natürlich leer aus und beim Springreiten verweigerte ein Pferd das Springen. :)

    Ansonsten kann ich mich nur deiner lieben Frau Mama anschließen, dass sie wirklich ein supermutiges Töchterchen in dir hat, Wahnsinn! Mit deinem offenenen Wesen wird es dir in Hue sicher genau so gut gelingen, Anschluss zu finden - und wenn es wieder Vietnamesen gibt, die ihr Englisch verbessern wollen.

    Ha det bra og klem (tschüss und Umarmung),
    deine Hennirike

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  4. So der dritte Versuch des vollständigen durchlesens..nachdem ich die letzten 3 Tage vor fast völliger Erschöpfung nach meinen doch so schweren Arbeitstagen fast darüber eingeschlummert bin..tsss..also wirklich..das die Leute so über mich denken..:D

    Aber nunmal im Ernst, ich freu mich schon so wahnsinnig auf den vietnamesischen Stadtverkehr, das glaubt ihr garnicht. Endlich einfach nur ohne großartiges Nachdenken drauf zu laufen und wissen, dass alle die nötige Rücksicht nehmen, um niemanden umzufahren und den so derartig geringen Abstand, dass es auch noch Spaß macht, mitten im Abenteuer zu sein. Nervenkitzel gehört nun einfach dazu. Aber ich hege schon die Befürchtung, dass mir auch das schnell zur Langeweile gereichen wird. Glücklicherweise kann man sich ja auch noch auf ein eigenes Moped steigern und herausfinden, was traditionell Harakiri bedeutet..achnee das war japanisch..andere Kultur. ;)

    Einen kleinen Tipp vielleicht von mir: Augen zu und durch..:P

    Und ehrlich gesagt, wenn ich mir Saigon auf der Karte anschaue, ist das, was die da praktizieren, zwar Straßenbaukunst, aber von einem System sind sie schon noch etwas entfernt. Das darf ich garnicht meinem Architektenfreund zeigen, der bekommt Bauchschmerzen. :D

    Die Bilder machen auf jeden Fall wahnsinnig Lust auf mehr, aber ganz ehrlich, so warm sieht das da garnicht aus, oder laut oder stürmisch..ganz im Gegenteil, die Bilder strahlen ein wunderbare Ruhe aus..ich muss wohl doch mal vorbeischauen, also jedenfalls, wenn ich das mit meinem Hinflug auf die Reihe bekomme. ;)

    Aber der Knüller ist wirklich originell..Kamera und Rucksack sind vor Wind und Wetter geschützt, aber der Körper..ach das ist ja nicht so schlimm, halb so wild..meine Güte, ich kann doch nicht immer auf die aufpassen, auch wenn ich das gern würde. ;)

    So ich brech jetzt zum Fußball auf und wünsche dir noch gaaaaaaaaaaanz viel Spaß..und denk dran, dein RefleySpiegel deiner Kamera schafft nur ca. 800.000 Auslösungen..;D

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